Lazio und atalanta liefern sich wilde pokal-schlacht: 2:2 im halbfinale

Die Coppa Italia kocht wieder. In einem leeren Stadio Olimpico schlug Lazio und Atalanta 2:2 Unentschieden – und bescherten uns das Spektakel, das die Serie A in dieser Saison so oft vermissen lässt. Dele-Bashiru und Dia trafen für die Römer, Pasalic und Musah hielten dagegen. Rückspiel in Bergamo am 21. oder 22. April, doch die Wunden dieser Nacht bluten noch.

Erstes torloses stück, dann der dauerbrenner

45 Minuten lang plätscherte es. Sarri stellte Tavares statt Pellegrini auf, Palladino vertraute Hien und Kolasinac gegenüber Djimsiti und Ahanor. Krstovic stand als falsche Neun, Maldini rückte bei Lazio in die Mitte. Die Atalanta drückte früh, doch ein Treffer von Krstovic nach sieben Minuten fiel wegen Abseits nicht. Danach nur noch ein Auf und Ab ohne Torgefahr – bis zur 47. Minute.

Dele-Bashiru nahmt einen Steilpass von Maldini, tanzte zwei Gegner aus und schob zur 1:0-Führung ein. Die Kurve jubelte erstmals laut, obwohl sie leer war. Doch vier Minuten später kam der Aufschlag: Samardzic zog aus 18 Metern, Provedel parierte unterschätzt, Pasalic schob nach. 1:1. Spiel gedreht.

Trainer wanken, emotionen kochen

Trainer wanken, emotionen kochen

Sarri reagierte, stellte Cancellieri für Isaksen ein. Palladino nahm Scalvini (Knie-Probleme) und De Roon raus, schickte Kossounou und Musah. Die Parti bekam ein Gesicht – und eine Schlagseite. Kossounou streckte Zaccagni mit einem Ellbogen nieder, beide Trainer flogen vom Platz, Gelb für Sarri und Palladino. Die Stimmung zwischen den Bänken explodierte.

Ein Wechselduell folgte dem nächsten: Noslin und Dia kamen, Sulemana ersetzte Zalewski. Und dann das: Pasalic spielte in der 87. Minute einen Querschläger, Dia schnappte sich die Kugel, zog ab – 2:1 Lazio. Auswärtsfans schon am Rande der Rasenwiese, doch Atalanta schlug postwendend zurück. Musah nahm einen Sulemana-Querpass, visierte das lange Eck an und traf. 2:2. Die Lazio-Defensive war nicht mal in Sichtweite.

Die zahlen, die zählen

Die zahlen, die zählen

Sechs Torschüsse innerhalb von acht Minuten am Ende, 31 Fouls insgesamt, fünf Gelbe Karten. Die xG-Statistik zeigt 2,4 für Lazio und 1,9 für Atalanta – das Ergebnis also verdient. Das Rückspiel in Bergamo verspricht dieselbe Intensität, denn beide Teams haben bewiesen: Sie können in Sekundenschnelle treffen. Wer dann die Inter oder Como im Finale trifft, bleibt offen.

Die Coppa Italia lebt. Und sie schlägt weiterhin über sich hinaus – ohne Zuschauer, aber mit Herzblut bis zur letzten Minute. Atalanta reist als leicht favorisierte Mannschaft nach Hause, doch Sarri kennt die Kunst der Pokal-Revanche. In einem Monat werden wir wissen, wer nach Rom fährt und wer nur noch zuschaut.