Laurence trägt sich in basauri ein – itzulia dreht sich weiter um franzosen

Axel Laurence hat die dritte Etappe der Itzulia gewonnen, doch das Bild des Tages zeigt ihn nur sekundenlang. Dann dominiert wieder Paul Seixas – und die Frage, wie lange der Youngster die Gelbe tragen darf.

Der 24-jährige Ineos-Fahrer setzte sich nach 171 km in der steilen Rampe von Basozelai (bis 12 %) gegen Igor Arrieta (UAE) durch. Laurence ließ den Basken ziehen, schob sich in letzter Sekunde vorbei und jubelte, während hinter ihm die Favoritengruppe auseinanderbrach. Sein einziger Verlust: die weiße Best-Jersey, die er an Seixas abtreten musste.

Ein sturz wirft schatten

Bevor die Entscheidung fiel, hatte die Itzulia ihren zweiten schweren Unfall. Soudal–Quick-Step musste Mikel Landa abmelden – nicht wegen Krankheit oder Erschöpfung, sondern wegen eines Unfalls mit dem eigenen Ärzte-Wagen. Teammanager Jurgen Foré tobte: „Wir predigen Sicherheit und fahren dann unseren eigenen Fahrer um.“ Die Streckenposten hatten Landa beim Abtauchen in eine Kehre übersehen; der Ärzte-Golf touchierte sein Hinterrad. Erste Diagnose: Prellung am Becken, aber nichts Gebrochenes. Dennoch: Aus.

Die Ironie des Ortes – die Zielgerade verläuft parallel zur Calle Doctor Landa – ließ selbst erfahrene Soigneurs den Kopf schütteln.

47 Km/h-schnellzug ohne ticket

47 Km/h-schnellzug ohne ticket

90 Kilometer vor dem Ziel rissen 14 Mann ab, darunter zwei Euskaltel-Veteranen. Das Feld jagte mit 47 km/h über die Wellen von Bikotzgane, weil kein Team die Verantwortung übernahm. Erst als die Barrerilla kam, schrumpfte der Vorsprung – 1:30 Minuten, nicht mehr.

Vorne wechselten sich Arrieta und Laurence ab, hinten verlor Juan Ayuso Anschluss. Der Spanier schob sich bereits auf Bikotzgane aus dem Sattel, seine UAE-Leute mussten abreißen. Die Führung schmolz auf 50 Sekunden, doch die letzte Rampe war ein Einbahnstraßenspiel: Laurence wartete, drückte noch einmal 400 Watt und ließ Arrieta stehen.

Isaac del Toro hatte das Spektakel nicht mehr mitbekommen. Der Mexikaner stürzte 70 km vor dem Ziel, fuhr noch 15 km weiter, stieg dann ab. Schmerzen in Hüfte und rechtes Bein – UAE reagierte sofort und schickte ihn zur Kernspin.

Seixas diktiert jetzt das tempo

Seixas diktiert jetzt das tempo

Paul Seixas trägt weiter das Gelbe, 18 Sekunden vor Florian Lipowitz. Der Franzose feiert morgen seinen 22. Geburtstag – und könnte das Geschenk selbst bezahlen: Die Etappe nach Galdakao endet auf einem Anstieg, den Igor Antón entworfen hat, steil, unruhig, perfekt für Attentäter. Dahinter warten Eibar (Donnerstag) und Bergara (Freitag). Drei Tage, in denen Laurece beweisen muss, dass sein Sieg mehr war als ein gut getimter Sprint.

Die Itzulia spricht wieder französisch – und Spanien fragt sich, ob es reicht, nur zuzuhören.