Laura wontorra lobt klopp als „rudelführer“: die dfb-lösung nach dem löw-comeback?

Kurz nach Mitternacht flackert der Bild-Livestream auf, und da steckt Laura Wontorra schon mitten im Gespräch: Jürgen Klopp als künftiger Bundestrainer – kein Nebensatz, sondern ihre erste Antwort. „Der beste Rudelführer, den wir haben“, sagt die Moderatorin, ohne mit der Wimper zu zucken. Die Kamera zoomt auf ihr Gesicht, die Uhr zeigt 00:32 Uhr, und im Chat explodieren Fragezeichen. Meint sie das wirklich ernst?

Warum diese nachtschicht plötzlich fahrt aufnimmt

Wontorras Lob klingt wie ein Seitenhieb auf das aktuelle DFB-Konstrukt. Nach Julian Nagelsmann war Hansi Flick die Lösung, dann die Rückholaktion Joachim Löw – und jetzt? Die Nationalmannschaft dümpelt in der Nations-League-Gruppe hinter Holland und Italien her, die Stimmung ist verhalten, die Quote sinkt. Klopp, der seit Sommer 2025 nach sieben Jahren Liverpool pausiert, könnte das Konstrukt sprengen.

Die Zahlen sprechen für sich: Unter Klopp holte Liverpool 92 Punkte in einer Premier-League-Saison, die meisten der Klubgeschichte. Sein Gehalt in Anfield lag bei 17 Millionen Euro brutto – der DFB zahlt aktell 3,5 Millionen für Löw plus Boni. Die Differenz ist ein Vulcano, aber der Deutsche Fußball-Bund hat wegen der WM 2026 in USA/Mexiko/Kanada neue TV-Gelder kassiert. Die Kasse ist prall, die Sehnsucht nach einem Gesicht größer denn je.

Wontorra weiß, wovon sie spricht. Sie führte durch die CL-Konferenz, sprach mit Klopp nach dem Finale 2019, kennt seine Art, Teams zu transformieren. Ihre Formulierung „Rudelführer“ ist kein Zufall – sie spielt auf Klopps Lieblingstaktik an: Gegenpressing, gemeinsame Jagd, emotionale Wogen. Genau das, was der DFB seit 2018 vermisst.

Die stimmen aus dem bus und was wirklich passiert

Die stimmen aus dem bus und was wirklich passiert

Im Mannschaftsbus herrscht Zwiespalt. Joshua Kimmich schwärmt intern von Klopps Energie, Ilkay Gündogan erinnert sich an dessen Dortmund-Zeit. Die Jungs wollen keine weitere Interimslösung, sie wollen einen Plan bis 2028. Berater kursieren mit Powerpoints, Manager kalkulieren Imagegewinn. Löw selbst hält sich bedeckt, aber seine Rückkehr war nur auf zwei Jahre angelegt. Eine Verlängerung steht nicht im Raum.

Die Entscheidung muss im März 2027 fallen, spätestens. Klopps Vertrag bei Liverpool endete mit einer Klausel: Keine Rückkehr ins internationale Geschäft vor Sommer 2027. Die Frist läuft ab, die Tür steht offen – und die öffentliche Diskussion befeuert Wontorras Nachtschwärmerei. Sie weiß: Sobald der Name fällt, kann ihn niemand mehr einfangen.

Der DFB plant eine Krisensitzung am 7. Januar in Frankfurt. Thema: „Sportliche Leitung 2027-2030“. Auf dem Papier geht es um Nachwuchsleistungszentren, inoffiziell geht es um die Marke. Klopp verkauft Trikots, Tickets, Streamingrechte. Er ist der einzige deutsche Trainer, der in England als „Rockstar“ gilt und dessen englische Pressekonferenzen auf YouTube Millionenfach geklickt werden. Die Liga will ihn, der Verband braucht ihn.

Laura Wontorra wird am Montag in der Sportschau wieder ans Mikro gehen. Sie wird nicht mehr von „Rudelführer“ sprechen, sondern von „Perspektive“. Doch die Kugel ist ins Rollen gebracht. Zwischen 00:32 Uhr und 10:05 Uhr verwandelte sich eine Floskel in eine Trial Ballon. Der Countdown läuft, die Uhr tickt, und irgendwo in Liverpool sitzt ein Trainer mit zerzaustem Haar und lacht über die deutsche Angst, wieder ohne Führung dazustehen. Die Lösung trägt seinen Namen – und sie kostet 17 Millionen, zuzüglich der Freiheit, endlich wieder zu jubeln.