Laura gimmler bricht nach olympia-bronze zusammen – und will noch einmal

Laura Gimmler schafft das, wovon andere nur träumen: Bronze bei Olympia im Teamsprint. Dann bricht sie zusammen. „Ich war selten so leer“, sagt die 28-Jährige. Trotzdem steigt sie am Wochenende wieder auf die Ski.

Die nacht nach dem rennen war ein einziger kater

Coletta Rydzek musste sich übergeben, Gimmler lag wach wie ein Brett. Beide schauten an diesem Morgen in einen Spiegel voller roter Augen. „Wir standen so brutal unter Druck“, erzählt Gimmler. Der Druck war selbstgemacht, Olympische Spiele eben. Der Preis: kein Schlaf, stattdessen Adrenalin, das sich in Brechreiz verwandelte.

Die Bronzemedaille hängt jetzt in einem Koffer, aber der Körper schreit. „Seit den Spielen bin ich körperlich und mental ziemlich am Limit.“ Das sagt sie leise, als wäre es eine Binsenwahrheit. Dabei wissen nur Insider, wie knapp die Leistungsspitze im Skilanglauf geworden ist. Ein Herzschlag entscheidet über alles.

Letzte auflage: weltcup-finale in lake placid

Letzte auflage: weltcup-finale in lake placid

Normal würde man sich jetzt in die Sonne legen. Gimmler fliegt nach Lake Placid. Trainer Per Nilsson, der die Stimme der vergangenen Jahre, steht vor seiner letzten gemeinsamen Woche. „Ich kratze alles zusammen, was ich noch habe“, sagt sie. Dabei weiß sie, dass „alles“ nicht viel ist.

Die Saison endet, die Zusammenarbeit auch. Wer danach kommt, steht in den Sternen. Für Gimmler zählt nur der Sonntag. Ein letztes Mal will sie die Stöcke fliegen lassen, bevor der Akku endgültig leer ist. Ob die Reserve reicht? Sie zuckt mit den Schultern. „Ich werde es herausfinden.“

Die Medaille ist da, die Erschöpfung auch. Am Wochenende entscheidet sich, ob aus dem Traum ein Alptraum wird oder eine weitere Bestzeit folgt. Für Gimmler ist klar: „Ich habe nichts zu verlieren – außer noch ein paar Tränen.“