Laura freigang: doping-kontrollen – steht ihr jetzt die sperre bevor?
Ein Schatten legt sich über die Karriere von Fußball-Nationalspielerin Laura Freigang. Die Kapitänin von Eintracht Frankfurt steht möglicherweise vor einer Suspendierung, nachdem sie bei der Meldung ihrer Aufenthaltsorte für Dopingkontrollen offenbar dreimal versagt haben soll. Die Nachricht, die SPORT1 exklusiv meldete, wirft Fragen auf und könnte weitreichende Konsequenzen für die 28-Jährige und den Deutschen Fußballbund (DFB) haben.

Strenge regeln, hohe anforderungen
Profifußballerinnen und -fußballer unterliegen strengen Auflagen, wenn es um Dopingkontrollen geht. Nicht nur im Rahmen von Wettkämpfen, sondern jederzeit können Kontrolleur der NADA (Nationale Anti Doping Agentur Deutschland) bei ihnen erscheinen. Um dies zu ermöglichen, müssen Sportler ihre Aufenthaltsorte detailliert melden – eine Pflicht, die offenbar nicht immer eingehalten wird.
Freigang, als Athletin mit „Kaderstatus eines Nationalen Sportfachverbandes“ (Registered Testing Pool, RTP), gehört zu den Top-Sportlerinnen, die besonders strengen Kontrollen unterliegen. Das bedeutet vierteljährliche Angaben zu Aufenthaltsorten, Trainingszeiten und Wettkämpfen. Zusätzlich müssen sie täglich ein 60-minütiges Zeitfenster zwischen 6 und 23 Uhr freihalten, in dem sie für eine Dopingkontrolle erreichbar sind. Drei Versäumnisse, wie nun berichtet, könnten ihr das Handwerk legen.
Die NADA registrierte im vergangenen Jahr rund 300 sogenannte „Strikes“ – Versäumnisse bei der Meldepflicht oder der Erreichbarkeit. Drei Strikes innerhalb von zwölf Monaten können einen Verstoß gegen die Anti-Doping-Bestimmungen darstellen und zu einer Sperre führen. Die potenziellen Folgen für Freigang sind gravierend: Eine Sperre von bis zu zwei Jahren droht.
Der DFB hält sich zu der Angelegenheit bislang bedeckt. Eine Anfrage von SPORT1 zu der Thematik wurde von Eintracht Frankfurt „zum gegenwärtigen Zeitpunkt“ nicht beantwortet. Der Verband verweist auf die Nominierungskonferenz, wo Bundestrainer Horst Hrubesch auf Nachfrage lediglich eine „schwierige Entscheidung“ bei der Nicht-Berücksichtigung Freigangs für die Nationalelf erwähnte und betonte, er habe ein „intensives Gespräch“ mit ihr geführt.
Es bleibt abzuwarten, wie die NADA die Situation bewertet und welche Konsequenzen für Laura Freigang gezogen werden. Die Frage, wie Verbände und Vereine ihre Athleten in puncto Meldepflichten unterstützen und schulen, wird in diesem Fall besonders relevant. Denn die Verantwortung für die korrekte Meldung liegt letztendlich bei den Sportlern selbst – ein Fakt, der in der aktuellen Situation bitter zur Kenntnis genommen werden muss.
Die Situation wirft ein Schlaglicht auf die komplexen Regeln und Anforderungen im Anti-Doping-Kampf und zeigt, dass selbst erfahrene Nationalspielerinnen nicht vor Fehlern gefeit sind. Die kommenden Tage und Wochen werden zeigen, ob Laura Freigang ihre Karriere retten kann.
