Larsson schlägt zurück: scrj lakers kratzen an den playoffs – bern zittert

Die Nacht gehörte Jakob Larsson. Nach 15 Monaten der Schatten boxt der 28-jährige Schwede seine SCRJ Lakers mit einem 2:1 in Bern zurück in die Playoff-Spur – und sich selbst in die Heldenrolle.

Captain aus der not

Als Nico Dünner im Februar umknickte, schob Coach Mike Wiss Larsson das „C“ auf die Brust. Keine PR-Nummer, keine Routine, sondern Notoperation. Was danach passierte, ist ein Lehrstück über Resilienz. Nach nur sechs Spielen in der Vorsaison (Rippenfraktur, Komplikationen, Infitness) stand Larsson am Montag 28 Minuten auf dem Eis, blockte sieben Schüsse, gewann 68 % der Zweikämpfe und leitete Anton Rasks Siegtor mit einem gestürzten Bord-Check ein. „Wir haben unseren Kasten sauber gemacht und Bern die Luft abgedreht“, sagt er, das Gesicht noch grün vom Eispfusch, „mehr wollten wir nicht.“

Die Taktik war simple, aber effizient. Nach dem 2:0 zogen sich die Lakers in eine 1-3-1-Falle zurück, ließen den SCB draußen tanzen und schalteten im eigenen Drittel um auf Schongang. Die Statistik lügt nicht: Bern erzielte in den letzten zehn Minuten keinen einzigen Slot-Schuss. Das haben selbst die gefürchteten Zuger in deren eigener Arena nicht geschafft.

Die wende steckt im detail

Die wende steckt im detail

Was niemand auf der Tribüne sah: Larsson pfiff jeden Wechsel mit Handzeichen ab, stellte die Reihenfolge um, schickte Rask vor das Tor, statt ihn hinter dem eigenen Netz abzuschieben. Kleine Zahlen, grosse Wirkung. Seit dem 0:3-Debakel gegen den EVZ hat das Coaching-Team 27 Videosequenzen geschnitten – alle mit dem Stempel „zu spät draußen“. Larsson nahm sich die Clips mit ins Hotel, schaute sie bis drei Uhr morgens. Ergebnis: Bern bekam in Spiel eins nur eine Powerplay-Chance. Die Lakers? Drei. „Wir haben gelernt, dass Disziplin kein Zufall ist“, sagt der Verteidiger und klingt dabei wie ein seriöser Buchhalter, der gerade die Bilanz gefunden hat.

Die Serie ist noch offen, klar. Doch der psychologische Vorteil ist auf dem Zürichsee versunken. Bern muss nun in Rapperswil gewinnen, wo die Lakers in dieser Saison 11 ihrer letzten 13 Heimspiele gewannen. Die Fan-Kurve skandiert bereits „Larsson für Bundestrainer“. Er lacht. „Ich bin kein Redner. Ich fahre weiter mit der Klinge voran.“

Die Playoffs rücken näher. Und mit ihnen die Geschichte eines Captains, der nicht mit Powerpoint, sondern mit Schlittschuhen Führung definiert. Wenn die Lakers am Donnerstag das Ticket lösen, steht Larsson vor dem grössten Comeback der Liga-Geschichte – gemessen an Minuspunkten pro Spielzeit nach schwerer Verletzung. Die Zahlen liegen bei 0,42. Das ist kein Helden-Märchen, das ist Statistik. Und Statistik lügt selten.