Laporta wirft font dreiste haaland-lüge vor – barça-wahlkampf entgleitet
Joan Laporta schnaubt, seine Stimme überschlägt sich fast. „Du hast kein Schamgefühl!“, brüllt er am Mittwochabend in die Fernsehkamera – und meint seinen Herausforderer Víctor Font. Auslöser: Font behauptet mitten im Endspurt um die Präsidentenwahl, er habe eine Kaufoption für Erling Haaland in der Tasche. Laporta kontert sofort: „Das ist eine glatte Lüge, die bereits widerlegt wurde.“ Die Agentin Rafaela Pimenta dementierte bereits, es gebe keinerlei Kontakt zwischen Haaland und Barcelona. Dennoch hält Font an seiner Story fest – und spült damit Öl ins Feuer eines ohnehin brisanten Machtkampfes.
Warum der haaland-streit weit über einen transfer hinausgeht
Die Szene dauert kaum fünf Sekunden, doch sie zeigt, wie tief der Riss in der Camp-Nou-Familie ist. Font wirft Laporta vor, die sportliche Zukunft des Klubs zu verspielen. Laporta erkennt darin den Versuch, „alles zu zerstören, was wir aufgebaut haben“. Für Wähler bedeutet die Haaland-Debatte deshalb mehr als ein Gerücht: Sie ist ein Referendum darüber, wem sie Glauben schenken – dem Amtsinhaber, der Messi ziehen ließ, oder dem Tech-Unternehmer, der mit Excel-Tabellen wirbt.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Rund 120.000 Mitglieder sind zur Stimmabgabe aufgerufen, die Wahlbeteiligung dürfte die 60-Prozent-Marke knacken. Noch nie zuvor fielen so viele Stimmzettel per E-Mail und Brief ein. Die Briefwahl allein könnte den Ausschlag geben, denn 40 % der Stimmen dürften bereits vor dem TV-Duell abgegeben sein. Font muss also die späten Zögerer überzeugen – und nutzt dafür den größten Namen des Weltfußballs.
Laporta wiederum setzt auf Distanzierung. „Er ist ein Technokrat, der hinter einem Computer sitzt“, schimpft er und spielt damit auf Fonts Hintergrund als IT-Unternehmer an. Die Attacke zielt auf ein Gefühl: Wer Excel-Tabellen schönt, dem traue man auch eine Haaland-Story zu. Doch Laporta selbst steht unter Druck. Seine Amtszeit war geprägt von wackligen Finanzen und dem Abschied von Lionel Messi. Genug Stoff für Font, um Laporta als Verantwortlichen für „ein Jahrzehnt voller Fehlschläge“ zu brandmarken.

Was am sonntag wirklich auf dem spiel steht
Am Sonntag (15. März, 9–21 Uhr) öffnet das Palau Blaugrana seine Türen. Die Stimmung ist gereizt, Sicherheitskräfte sind in verstärkter Zahl vor Ort. Gewinnt Laporta, dürfte er sofort die Vertragsverlängerung von Trainer Hansi Flick forcieren und die Restrukturierung der Schulden vorantreiben. Gewinnt Font, plant er einen kompletten Reset: eine neue Sportdirektoren-Struktur, ein neues Finanzierungsmodell – und eben vielleicht doch ein Anruf bei Rafaela Pimenta.
Die Entscheidung fällt knapp aus. Interne Umfragen sehen Laporta bei 48, Font bei 44 Prozent – acht Prozent sind noch unentschlossen. Ein kleiner Haenkel reicht, um die Machtverhältnisse in einem der größten Klubs der Welt zu verschieben. Deshalb ist das Duell um Haaland kein Nebenschauplatz, sondern ein Stellvertreterkrieg um Glaubwürdigkeit, Vision und die Frage, wer die Narrative diktiert.
Wenn am späten Sonntagabend die letzte Stimme ausgezählt ist, wird nicht nur ein Präsident feststehen. Es wird auch klar sein, ob ein Transfergerücht genug Kraft besitzt, um eine Wahl zu entscheiden – oder ob erneut der Amtsinhaber die besseren Schlagzeilen beherrscht. In Barcelona zählen jetzt keine Excel-Tabellen mehr, sondern Stimmen. Und die sind laut.
