Lange fordert mut gegen frankreich: jetzt zeigt sich, wo deutschlands frauen wirklich stehen
Olaf Lange spricht kein Blatt vor den Mund. Nach zwei Pflichtsiegen gegen Südkorea und die Philippinen wartet nun das erste echte Zählspiel seiner jungen Amtszeit. „Wir wollen den nächsten Schritt machen“, sagt der Bundestrainer vor dem WM-Quali-Knaller gegen Olympia-Zweite Frankreich am Samstag in Villeurbanne. Die Botschaft ist klar: Nette Siege gegen Underdogs zählen nicht mehr, jetzt geht es um den Gradmesser.
Frankreich ist kein test, frankreich ist gradmesser
Die Französinnen um WNBA-Ass Marine Johannés gelten als Titelaspirant Nummer eins, wenn im September in Berlin die Medaillen vergeben werden. Lange nennt sie „sehr, sehr gut“ und will wissen, wie sein Team gegen einen Top-Kandidaten auf WM-Podest-Niveau offensiv wie defensiv seine eigenen Prinzipien durchsetzen kann. Kurzfristig zählt der Prozess, langfristig der Sieg – so lautet die Marschroute.
Die 113:80-Gala gegen die Philippinen bescherte zwar Punkte, aber auch Frust. „80 Punkte können wir gegen so einen Gegner nicht zulassen“, hadert Lange mit der Defensivarbeit. Gegen Frankreich wird jeder Fehlgriff bestraft. Nyara Sabally, im zweiten Spiel geschont, kehrt zurück und soll Biss verleihen. Frieda Bühner, 19 Punkte-Werferin gegen die Philippinen, zeigt sich kampfbereit: „Wir müssen mit Stolz und Selbstbewusstsein reingehen, weil wir auch Waffen haben.“

Ohne satou sabally und marie gülich wird die rotation dünner
Die Ausfälle von Superstar Satou Sabally und Kapitänin Marie Gülich zwingen Lange, junge Kräfte früh zu brennen. Die fünf Quali-Partien in Frankreich dienen als Vorbereitung auf die WM-Endrunde in Berlin. Gegen Kolumbien und Nigeria folgen weitere Prüfungen, doch das Spiel gegen die Gastgeberinnen ist der Reputationstest. Ein Sieg würde nicht nur die Rangliste ordnen, sondern auch das Selbstverständnis der jungen deutschen Mannschaft verändern.
Frankreichs Hallen sind berüchtigt für ihr Feuer – und für ihr Fegefeuer. Wer hier besteht, darf in Berlin von Podest träumen. Wer untergeht, weiß, wo noch geschraubt werden muss. Langes Fazit fällt knapp aus: „Wir wollen uns messen, nicht verstecken.“ Die Uhr tickt, die Bälle liegen bereit, die Französinnen warten. Um 20.30 Uhr läuft die Uhr, dann zählt nur noch Eines: Wer tritt den nächsten Schritt, und wer bleibt stehen?
