Landaluce: erschöpfung als schlüssel zum grand-slam-erfolg?
Paris. Der junge Spanier Martín Landaluce hat in Roland Garros Geschichte geschrieben – und das nach einer bemerkenswerten Belastungsfähigkeit. Acht Stunden und 14 Minuten reine Spielzeit in nur zwei Partien! Ein Wert, der selbst seinen Erfolg in Orleans, wo er seinen letzten Challenger-Titel in 45 Minuten mehr Zeit errang, in den Schatten stellt. Doch diese Strapazen scheinen sich ausgezahlt zu haben: Landaluce steht erstmals in seiner Karriere im dritten Runde eines Grand-Slam-Turniers.
Die mentale stärke des aufsteigers
„Ich habe mir selbst bewiesen, was ich mir beweisen wollte“, reflektierte Landaluce nach seinem Erfolg. „Ich habe viel Zeit und Energie investiert, um das Beste aus mir herauszuholen – sowohl als Sportler als auch als Mensch.“ Seine Fähigkeit, auch in schwierigen Momenten die Oberhand zu behalten, zeugt von einer beeindruckenden mentalen Stärke. Er gesteht ein: „Ich habe mich selbst bewiesen, dass ich auch in meinen schlechtesten Tagen in der Lage bin, Matches zu drehen.“
Die körperliche Belastbarkeit ist dabei ein entscheidender Faktor. „Man sieht, dass ich mehr aushalte als meine Gegner, obwohl es nicht immer so aussieht“, so Landaluce. „Es steckt viel Arbeit dahinter, und das zeigt sich jetzt.“ Er beschreibt, wie er sich durch die Matches kämpft, sich selbst anfeuert und Kraft aus seinem Team schöpft. „Ich bin seit 20 Jahren diesem Sport gewidmet und werde nicht einfach so auf dem Platz stehen und ein Match abgeben oder nicht zu 100 Prozent geben.“

Ein unkonventioneller ansatz
Ein weiteres Merkmal von Landaluce ist seine unkonventionelle Herangehensweise an Turniere. Er vermeidet es, das Tableau zu studieren und erfährt erst nach seinen Matches, wer sein nächster Gegner ist. „Ich schaue nicht auf das Tableau. Mir wird gesagt, gegen wen ich spiele und wann, und darauf bereite ich mich vor“, erklärt er. Diese Strategie könnte ihm zugutekommen, da er sich voll und ganz auf seine aktuelle Aufgabe konzentrieren kann, ohne sich von den möglichen Gegnern im oberen Tableau beeinflussen zu lassen.
Die jüngsten Siege von Matteo Berrettini über Arthur Rinderknech und Francisco Comesaña über Luciano Darderi eröffnen Landaluce die Möglichkeit, bis ins Viertelfinale vorzudringen, ohne auf hochrangige Gegner treffen zu müssen. Die Chance ist da, und Landaluce scheint bereit zu sein, sie zu ergreifen.
