Landa fliegt von rennarzt-auto gerammt – aus bei itzulia, aber keine knochen gebrochen

Mikel Landa flog auf der Abfahrt des letzten Anstiegs der zweiten Etappe der Itzulia Baskenland buchstäblich vom Rad – und zwar nicht wegen zu viel Speed, sondern weil ein Auto des medizinischen Personals ihn rammte. Der 36-jährige Spanier kam mit Schrecken und Prellungen davon, doch sein Rennen ist vorbei. „Keine Frakturen, keine bleibenden Schäden“, teilte sein Team mit. Trotzdem: Startverbot für Etappe drei, um „die vollständige Erholung“ sicherzustellen.

Teamchef foré: „wir haben keine entschuldigung bekommen“

Jürgen Foré, der Mann am Steuer der Sportlichen Leitung, kocht vor Wut. „Das Ärztefahrzeug hat Mikel auf einer engen, schnellen Abfahrt einfach von der Straße gedrückt“, sagte er der belgischen Zeitung Het Nieuwsblad. „Wir tun alles für Sicherheit – und dann so etwas.“ Der Fahrer wurde laut Rennleitung sofort aus dem Konvoi geworfen, kassierte eine Gelbe Karte und eine saftige Geldstrafe von 500 Schweizer Franken. Peanuts, wenn man bedenkt, dass Landa im Vorjahr noch Gesamtfünfter beim Giro war und auf dieser Itzulia Top-Ten-Kandidat war.

Landa selbst schleppte sich nach dem Crash noch mit zittrigen Beinen ins Ziel, Rang 67, 17 Minuten zurück. Im Ziel wollte er keine Interviews geben. Stattdessen ließ er über seinen Bruder verkünden: „Ich habe nur noch an meine Kinder gedacht.“ Die Bilder seiner zerschundenen Hüfte machen die Runde in den sozialen Netzwerken – ein Reminder daran, dass selbst die besten Fahrer der Welt keinen Airbag haben.

Rennärzte auf kollisionskurs – ein seltenes, aber tödliches szenario

Rennärzte auf kollisionskurs – ein seltenes, aber tödliches szenario

Zusammenstöße mit Begleitfahrzeugen gehören zum Peloton wie Platten und Regen, aber ein Aufprall mit dem Sani-Wagen ist selbst für alte Hasen ein Schockmoment. Die letzte vergleichbare Situation datiert auf den Critérium du Dauphiné 2019, als ein Arzt-Auto den französischen Fahrer Pierre Latour in den Graben drückte. Die Konsequenz: Latour verlor damals zwölf Minuten und jede Hoffnung auf Gesamtrang.

Für Landa ist der Vorfall mehr als nur ein blauer Fleck. Mit 36 Jahren tickt die Uhr, und er wollte sich in Baskenland als Frühform-Test für den Giro im Mai nutzen. Jetzt heißt es: Pause, Reha, Neuplanung. Sein Coach kalkuliert derzeit, ob ein Einstieg beim Tour of the Alps reicht, um die Formkurve wieder auf Touren zu bringen. Die nächsten zehn Tage entscheiden, ob Landa im Mai in Venetien startet oder lieber die Fernbedienung schwingt.

Die Itzulia selbst verliert mit Landa einen Zuschauermagneten, der die baskischen Anhänger seit Jahren elektrisiert. Stattdessen rückt nun Florian Lipowitz ins Rampenlicht – der 22-jährige Deutsche fuhr auf Rang drei und könnte zum ersten deutschen Gesamtsieger seit Andreas Klöden 2000 werden. Die Ironie: Lipowitz profitierte indirekt vom Chaos, weil Landa als Domestique seine Hilfe verloren hatte. Sport ist manchmal ein rücksichtsloser Geschäftspartner.