Laliga und justiz bündeln kräfte gegen hass im sport

Madrid – Ein Ausruf des Zorns im Stadion, eine abfällige Bemerkung in den sozialen Medien: Hass im Sport nimmt immer wieder Formen an. Um diesem Problem entschieden entgegenzuwirken, haben LaLiga und der Consejo General del Poder Judicial (CGPJ) in einer gemeinsamen Initiative eine Fortbildung für Richter und Staatsanwälte durchgeführt. Dreißig Fachleuteaus ganz Spanien nahmen an den zweitägigen Workshops teil, die vom neunten bis zum zehnten Juni in Madrid stattfanden.

Ein gemeinsamer kampf gegen intoleranz auf und neben dem spielfeld

Ein gemeinsamer kampf gegen intoleranz auf und neben dem spielfeld

Die Veranstaltung, die im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung zwischen LaLiga und dem CGPJ stattfindet, unterstreicht das Engagement beider Institutionen zur Prävention, Aufklärung und Verfolgung von Hassverhalten im Sport. Dabei geht es nicht nur um die Verhinderung von Gewalt in Stadien, sondern auch um die Bekämpfung von Diskriminierung und Hassrede in digitalen Medien.

Javier Tebas, Präsident von LaLiga, und Esther Rojo Beltrán, die als Ratsmitglied des CGPJ fungiert und den Observatorio contra la Violencia Doméstica y de Género leitet, eröffneten die Veranstaltung. Experten aus dem juristischen Bereich, der Polizei und dem Sportwesen beleuchteten die komplexen juristischen und operativen Herausforderungen. Ein besonderer Fokus lag auf der Frage, wie auf Hassvorfälle in Stadien reagiert werden kann, sowohl sportlich als auch rechtlich.

Die Teilnehmer erörterten die Erhebung und Bewertung von Beweismitteln, die Koordination zwischen öffentlichen Institutionen, Sicherheitsbehörden und Sportvereinen. Dabei wurden auch aktuelle Entwicklungen im Bereich der digitalen Piraterie und Sportkriminalität berücksichtigt. Zu den Referenten gehörten renommierte Juristen wie Vicente Magro, Antonio del Moral und Eduardo de Porres Ortiz de Urbina, die ihr Fachwissen in der Bekämpfung von Sportkriminalität einbrachten.

Einblicke in die Praxis gewannen die Teilnehmer bei einem Besuch des Riyadh Air Metropolitano, wo sie die dortigen Protokolle und Instrumente zur Prävention und Aufdeckung von Hassvorfällen kennlernten. Die Zusammenarbeit zwischen LaLiga und dem CGPJ ist ein wichtiger Schritt, um die Reaktion auf Hass im Sport zu verbessern und die Sicherheit und Fairness im Sport zu gewährleisten.

Die Zahl der Hasskommentare in den sozialen Medien und die zunehmende Aggressivität auf Tribünen zeigen, dass hier Handlungsbedarf besteht. Erst durch eine konzertierte Anstrengung von Sportlern, Fans, Behörden und Justiz können wir eine Kultur des Respekts und der Toleranz im Sport fördern – und das nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch darüber hinaus.