Lakers kassieren debakel: dünner schlägt alarm nach 2:6-blamage
Die Serie kippt, das Selbstvertrauen bröckelt. Die Rapperswil-Jona Lakers lieferten im vierten Viertelfinalspiel eine Schützenhilfe für die Statistiker ab: 2:6 gegen Fribourg-Gottéron, zehn Gegentore in zwei Partien, ein Captain, der selbst seinen Treffer nicht mehr feiert.
Nico Dünner stand mit nassen Haaren in der Mixed Zone, die Stimme rau vom Eishockey-Alltag. Sein Tor zum 1:2 in der 26. Minute war nur noch Fußnote. „Wir haben heute als Team verloren“, sagte er und strich sich mit dem Ärmel über die Stirn. „Am Schluss zählt wirklich kein Goal mehr.“
Powerplay verpufft – zu viel zauber, zu wenig dreck
Die Zahlen sind lauter als jedes Interview: 0 Tore in 6 Überzahlsituationen, 24 Schüsse aus der Distanz ohne Traffic, 11 Turnover im Mitteldrittel, die direkt zu Kontern führten. „Wir probieren zu schön zu spielen“, sagt Dünner und klingt dabei wie ein Lehrer, der das gleiche Kapitel zum dritten Mal durchnimmt. „Aber Playoff-Eishockey ist nicht die Schönheitspflicht, sondern Schlammliga.“
Die Gottéron-Seite hat das verstanden. Nach 0:2 in der Serie stürmten die Freiburger mit einem 1-3-1-Press-System, zwangen die Lakers zu diagonalen Passen und schlugen zurück wie ein Gummihand. Dünner: „Jeder Fehler landet bei uns im Netz, weil sie eiskalt abschließen. Wir dagegen schieben die Scheibe einmal zu viel.“

Physik frisst taktik – und die zweikämpfe gewinnt, wer beine hat
Die Play-ins haben Spuren hinterlassen. Die Lakers rannten in der 33. Spielwoche bereits zum 13. Mal in 26 Tagen aufs Eis, die Kilometer in den Beinen summieren sich. Dünner will das nicht zur Ausrede machen, aber er sagt es trotzdem: „Jeden zweiten Tag spielen geht nicht spurlos vorbei. Die Energiephasen schwanken, das merkt man an 50-Puck-Battles.“
Fribourg nutzt die Lücken mit einem Rotationsprinzip: Erste Welle presst, zweite Welle sprintt. Die Lakers kontern mit Zwei-Wechsel-System, doch die Deckung rutscht einen Schritt zu spät. Beim 2:5 kassierte Goalie Robin Zumbühl einen Pass aus dem eigenen Slot – sein Blick war durch zwei Mitspieler versperrt.
Jetzt steht die Serie 2:2, und das Momentum trägt wieder Rot-Schwarz, nicht Rot-Weiss. Spiel 5 findet in der BCF Arena statt, 8.600 Fans, ein Hexenkessel, der die Lakers in die Defensive drückt. Dünner kennt die Rezeptur: „Scheiben an den Torhüter, Traffic vor dem Gehäuse, erste fünf Minuten überstehen.“
Die Lakers fliegen am Freitag nach Freiburg. Im Gepäck: die Erkenntnis, dass Zaubertricks in den Playoffs verpuffen. Wer nicht checkt, fliegt raus – und zwar nicht nur die Scheibe, sondern die ganze Saison. Dünner: „Wenn wir nicht die Beine aufmachen, machen wir das Cockpit zu.“
