Lahm schlägt alarm: deutschland braucht neue fußball-dna!
Die Ernüchterung ist perfekt: Philipp Lahm, der Kapitän der Weltmeistermannschaft von 2014, hat nach dem desolaten Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Nordamerika scharf Kritik geäußert. Es fehlt an einer klaren Spielidee, an Führung und an einer erkennbaren Entwicklung – ein Zustand, der den einst so stolzen deutschen Fußball in eine tiefe Krise stürzt.
Die bittere bilanz eines weltmeisters
Lahm, in seiner Kolumne für den kicker, ließ wenig Gutes an der Leistung der Mannschaft übrig. „Generell fehlt uns schlicht eine Idee: Wie wollen wir Fußball spielen?“, fragte er rhetorisch. Die ständigen Wechsel in System und Aufstellung hätten die Klarheit zunichte gemacht. „Früher hatten wir die.“, beklagte er und stellte fest, dass es keine acht Spieler gebe, die „in der Verantwortung stehen“. Eine erschreckende Feststellung, wenn man bedenkt, dass andere Top-Nationen genau diese Basis besitzen.
Die WM in Nordamerika war bereits die dritte enttäuschende Teilnahme seit dem Triumph von Rio 2014. Lahm sah keine Fortschritte, keine Idee, wie die Mannschaft Torchancen kreieren oder den Gegner vom eigenen Tor fernhalten könne. „Ich habe nie eine Mannschaft gesehen, die miteinander agiert“, so der ehemalige Nationalspieler. Die natürliche Hierarchie, die 2014 durch sechs, sieben Führungsspieler gegeben war, sei verschwunden. „Ein Miteinander vermisse ich seit Jahren.“

Nagelsmann im kreuzfeuer?
Die ständigen Wechsel im Kader und im System hätten den Spielern nicht geholfen, so Lahm. Nun fordert er „mehr Klarheit, wie wir Fußball spielen wollen“ und ein „Bewusstsein fürs Verteidigen, als Mannschaft und in Eins-gegen-eins-Situationen“. Jeder Zweikampf müsse „als wäre er der letzte“ geführt werden.
Die Zukunft von Bundestrainer Julian Nagelsmann, dessen Vertrag noch bis 2028 läuft, steht nun in der Schwebe. „Natürlich trägt er Verantwortung“, so Lahm, und verweist auf die bereits enttäuschende Heim-EM 2024. „ Jetzt zu den Top 32 der Welt zu zählen, kann nicht unser Anspruch sein. Deswegen muss er hinterfragt werden.“ Die Erkenntnis ist unübersehbar: Der deutsche Fußball muss dringend eine Kurskorrektur finden, sonst droht der Abstieg in die Bedeutungslosigkeit.
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