Lahm schlägt alarm: bundesliga droht den anschluss zu verlieren!
Philipp Lahm, die Stimme des deutschen Fußballs, hat in seiner jüngsten Kolumne im Guardian Alarm geschlagen: Die Bundesliga muss sich beeilen, um nicht den Anschluss an die internationale Spitze zu verlieren. Die Zeichen stehen düster, und der Weltmeister von 2014 scheut sich nicht, deutliche Worte zu wählen.
Die rückkehr der manndeckung: ein taktischer fehltritt?
Lahms Kritik richtet sich vor allem gegen die wiederkehrende Praxis der Manndeckung in der Bundesliga. Atalanta Bergamo habe mit dem Gewinn der Europa League 2024 gezeigt, dass diese Taktik durchaus erfolgreich sein kann, doch Lahm sieht langfristig größere Probleme. „Ich bin überrascht, dass so viele Verteidiger ihre Gegenspieler bis auf die Toilette verfolgen, selbst die Bayern tun es“, so der ehemalige Kapitän. Er bemängelt, dass diese übermäßige Fokussierung auf den Einzelnen die taktische Flexibilität und den Kombinationsfußball einschränke.
Die Bayern können sich aufgrund ihrer Dominanz in der Bundesliga diese Taktik vielleicht noch leisten und haben damit in der Champions League schon für einige Überraschungen gesorgt. Doch Lahm warnt: „Europa war zunächst erstaunt, aber wenige Wochen später war Arsenal gut darauf vorbereitet.“ Die erste Saisonniederlage der Bayern beim FC Arsenal unterstreicht seine Argumentation.

Spanien als vorbild: kombinationsfußball statt einzelkämpfern
Lahm verweist auf den „Goldstandard des Fußballs auf Länderebene“, verkörpert durch Spanien. Klar definierte Rollen und ein organisiertes Passspiel, das das Spielgeschehen in die gegnerische Hälfte verlagert, seien der Schlüssel zum Erfolg. „Nicht einmal Deutschland gelang in den 70er- und 80er-Jahren eine solche Dominanz. Auf diese Ära bezog sich Gary Lineker, als er sagte, dass am Ende immer die Deutschen gewinnen. Nein, heute ist es Spanien“, erklärt Lahm. Die deutsche Bundesliga müsse sich von diesem starren, individualisierten Spiel lösen und wieder zu einem flüssigeren, kombinatorischeren Ansatz zurückkehren.
Die schwache Bilanz deutscher Klubs in der Champions League untermauert diese These. Italien sei bereits abgehängt, und Deutschland drohe, dasselbe Schicksal zu erleiden, wenn der Trend sich fortsetzt. Es ist ein Weckruf an die Verantwortlichen und Trainer der Bundesliga, die taktischen Grundlagen zu überdenken und den deutschen Fußball wieder auf Erfolgskurs zu bringen.
Die Erkenntnis ist schmerzhaft: Der deutsche Fußball muss sich neu erfinden, um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können. Sonst droht uns eine lange Durststrecke.
