Kyrgios-ausbruch in stuttgart: schiedsrichter-debatte nach comeback-niederlage
Nick Kyrgios hat in Stuttgart für Gesprächsstoff gesorgt – und das nicht nur wegen seines späten Ausscheidens. Nach seiner knappen Niederlage gegen Sho Shimabukuro im Achtelfinale des ATP-Turniers geriet der Australier mit dem Stuhlrichter Luca Laugero aneinander, was die ohnehin schon turbulente Partie zusätzlich aufheizte.

Ein comeback mit fragezeichen
Kyrgios kehrte in Stuttgart nach langer Verletzungspause auf den Platz zurück und zeigte zwar beeindruckende Leistungen, insbesondere seine Asse-Quote von 22 war schlichtweg beeindruckend. Doch die alten Muster schienen sich auch wieder zu regen. Nachdem er den ersten Satz mit 6:4 für sich entschieden hatte, unterlag er Shimabukuro schließlich mit 6:7 (5:7) und 4:6. Die Partie endete nicht ohne Kontroverse.
Auslöser der Auseinandersetzung war die verspätete Ankündigung neuer Bälle durch Schiedsrichter Laugero. Kyrgios, sichtlich frustriert, ließ seiner Enttäuschung freien Lauf: „Ich weiß nicht, ob Sie neu sind oder so. Aber seit ich schon auf der Tour bin, hieß es vor dem nächsten Spiel immer ‚neue Bälle im nächsten Spiel‘.“ Seine Worte waren scharf, aber verständlich, da er betonte, es sei schlichtweg eine Frage des guten Tons, die Spieler über den Bauschwechsel zu informieren.
Die Reaktion des 31-Jährigen ging weiter: „Sie wissen, wie Sie uns zur Rechenschaft ziehen können, da sollten wir Sie wohl auch zur Rechenschaft ziehen, oder?“ Ein ungewöhnlicher Tonfall, selbst für Kyrgios, der für seine hitzigen Auseinandersetzungen bekannt ist. Dabei ist Laugero alles andere als ein Tennis-Neuling; der Italiener ist seit 2018 international als Schiedsrichter tätig und hat bereits auf ATP- und WTA-Turnieren, darunter auch Grand Slams, Einsätze geleistet.
Obwohl die Ballwechsel-Diskussion letztendlich keinen Einfluss auf den Spielausgang hatte, wirft sie ein Schlaglicht auf die weiterhin vorhandenen Probleme mit der emotionalen Kontrolle des australischen Tennisstars. Seine Teilnahme am Doppelbewerb in Stuttgart, wo er mit Alexander Bublik antreten wird, könnte ihm die Chance geben, den Eindruck des Achtelfinal-Duells zu relativieren. Kyrgios’ Comeback bleibt somit ein zweischneidiges Schwert: Einerseits die Freude über seine Rückkehr, andererseits die anhaltende Frage, ob er seine Emotionen in Zukunft besser in den Griff bekommen kann.
