Kwiatkowski zeigt blutige wunden: sturz-sanremo reißt ineos-reihe auseinander

Michal Kwiatkowski liegt halbnackt auf dem Polster, die rechte Körperseite gleicht einem Kampffeld. 65 Kilometer vor dem Ziel von Mailand-Sanremo riss ein Fahrerfehler den Polen in die Bretter, ein grünes Straßenschild wurde zum Schleifstein. „Thors Hammer auf den Oberschenkel“, schreibt der 35-Jährige bei Instagram – und meint damit ein Hämatom, das selbst erfahrene Sanitäter stutzen lässt.

Kein knochenbruch, aber ein gebrochener rhythmus

Das Ineos-Grenadiers-Trio Kwiatkowski, Sivakov und Hayter ging gleichzeitz zu Boden. Während Tadej Pogačar hinten noch einen Ruck nach links machte und später siegte, schlidderte Kwiatkowski frontal gegen die Bordsteinkante. Erstversorgung im Krankenhaus von Imperia: fünf Stiche am Ellenbogen, Röntgen ohne Befund. „Verletzt, aber nicht gebrochen“, postete er mit dem Foto, das sich unter Radprofis inzwischen viral verbreitet – kein Heldenpose, sondern schiere Realität.

Die Nachwirkung: Kwiatkowski flog zurück nach Polen, Start beim Amstel Gold Race höchst fraglich. Ineos verliert damit einen wichtigen Kapitän für die Ardennen-Woche. Die Nachricht kommt, während das Team ohnehin mit Egan Bernals langsamen Comeback und der Frage hadert, wer Pogačar und Evenepoel 2026 wirklich Paroli bieten kann.

Ein sturz, der die saisonpläne durcheinanderwirbelt

Ein sturz, der die saisonpläne durcheinanderwirbelt

Für Kwiatkowski war Sanremo eigentlich die letzte echte Chance auf einen Frühjahrs-Coup. Die Jahre vergehen, die Konkurrenz wird jünger. Sein Vertrag läuft 2026 aus, ein neues Angebot steht noch aus. Wenn er in den Ardennen fehlt, fehlt auch die Bühne, auf der er sich hätte empfehlen können. „Jeden Tag ein Schritt weiter“, schreibt er unter das Video, wie er mit seinen Kindern im Wohnzimmer humpelt. Die Botschaft: Familie vor Radsport – aber der Blick bleibt auf dem Kalender, auf die 264 Kilometer nach Roubaix, auf die Monate, die über seine Zukunft entscheiden.

Die Bilder erinnern daran, dass hinter jedem Sieg ein Körper steckt, der nur eine Fehlspur braucht, um aus dem Rhythmus zu fallen. Kwiatkowski hat Thor überlebt – doch die Saison ist erst bei Akt eins.