Kvaratskhelia trägt psg mit doppelpack: sein tor erinnert an napoli-debüt
Paris – 78. Minute, Parc des Princes. Khvicha Kvaratskhelia nimmt den Ball mit der Hacke mit, dreht sich um John Stones herum und knallt die Kugel ins lange Eck. 4:2. Das Stadion explodiert, der Georgier läuft Richtung Südkurve, die Arme spreizt – und für einen Moment ist er wieder in Neapel.
Die nummer 7 zieht die pariser ins viertel
Mit zwei Treffern und einem Assist schrieb der 25-Jährige die 5:2-Ausloschung des FC Chelsea in die Champions-League-Geschichte des PSG. Nach dem Abpfiff stand er bei Sky Sport Italien, Mikrofon unter Kinn, und gestand: „Mein erstes Tor heute hat mich sofort an den Treffer gegen Monza im Maradona-Stadion erinnert. Gleiche Bewegung, gleicher Druck im Nacken.“ Die Erinnerung ist kein Zufall – sie ist Programm. Seit seinem Wechsel aus der Serie A nach Paris trägt Kvaratskhelia die 7, die einst von Mbappé beheizt wurde. Jetzt heizt er Gegner-Abwehrreihen ein.
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Seit Januar gehört der Flügelspieler zu den vier Spielern Europas, die in der K.o.-Phase mehr als fünf Torschüsbe aus dem Halbraum kreieren. Gegen Chelsea verzeichnete er sieben, vier landeten auf dem Tor. Die Blues-Defensive wirkte wie ein Schachbrett, auf dem ein Springer wild herumturnt – nur dass der Springer 33 km/h Spitzengeschwindigkeit erreicht.
Doch hinter den Statistiken steckt eine kleine Revolution. Trainer Luis Enrique stellte Kvaratskhelia nicht nur als klassischen Flügelspieler ein, sondern rückte ihn in eine halbzentrale Position zwischen Linksaußen und Zehner. Dort kann er mit Barcola und Dembélé kurze Dreiecke spielen und gleichzeitem Pressing initiieren. „Wenn du mit solchen Typen kombinierst, fühlst du dich sofort wohl“, sagt er und betont: „Unser Geheimnis ist Angriff und Verteidigung als Kollektiv.“

Die rückkehr ins rampenlicht
Vergessen war der Georgier nicht, aber er war verdeckt. In Napoli schwankte seine Form, nach dem Trainerwechsel sank seine Einsatzzeit. Paris holte ihn für 65 Millionen Euro – ein Betrag, der intern für Stirnrunzeln sorgte. Jetzt liefert er ROI in Realtime. Seine Doppelpack-Leistung gegen Chelsea trieb die PSG-Aktien auf Transfermarkt.de binnen 24 Stunden um 11 Prozent nach oben. Sponsoren wie Qatar Tourism veröffentlichten binnen Minuten Social-Media-Clips mit seinem zweiten Tor. Die Botschaft: Das neue Gesicht der Marke trägt kopfstehend ein Ei auf dem Fuß.
Die Pariser Fans skandieren bereits „Kvara, Kvara“ – eine Silbenfolge, die sich im Marché Saint-Germain genauso sicher reimt wie die Namen der vorherigen Idole. Aber er will nicht Idol sein, er will Instrument sein. „Wichtig war, das erste Spiel zu gewinnen. Jetzt denken wir an das Rückspiel“, sagt er knapp. Kein Pathos, keine Show. Stattdessen ein Blick auf die Uhr: Abflug nach London in 72 Stunden.
Die Champions-League ist ein Roulette, doch mit Kvaratskhelia scheint PSG einen Joker gezogen zu haben, der nicht nur trifft, sondern auch erinnert – an Tage, an Tore, an Triumphe. Und wenn der Georgier beim 1:0-Auftakt gegen Chelsea den Ball wieder mit der Hacke nahm, dann war das mehr als ein Tor. Es war eine Zeitmaschine. Tick, tack, Tor – und das Viertelfinema kommt näher.
