Kvandal fliegt prevc vom podest – reisch schraubt deutschen rekord, schmid bleibt unter 200 m

Eirin Maria Kvandal hat in Vikersund den ersten Skiflugsieg der Saison geholt – und dabei Nika Prevc aus dem Titel-Traum geschubst. Die Norwegerin segelte auf dem Monsterbakken zu 218,0 und 223,0 Metern, ließ die Weltmeisterin auf Platz drei zurück. Dahinter flimmerte eine andere Zahl über die Leinwand: 213,5 Meter. Agnes Reisch hatte den deutschen Rekord um fünf Meter nach oben korrigiert – und das schon im Probedurchgang.

Reisch fliegt, schmid verpasst den mythos

Die 26-jährige Thüringerin schaffte im Wettkampf „nur“ 201,5 und 192,0 Meter, reichte aber trotzdem für Rang 14 – beste deutsche Platzierung. Katharina Schmid dagegen blieb bei 186 Metern hängen, 14 Meter vor dem Ziel, das sie seit zwei Jahren jagt. Die Rekordweltmeisterin muss weiter auf ihre erste 200er-Marke warten, beim letzten Weltcup-Wochenende ihrer Karriere klappte es nicht. Als 20. schaffte sie nicht einmal den zweiten Durchgang.

Die magische Grenze bliebt für Schmid eine offene Rechnung. 198,5 Meter sind ihre Bestmarke, aufgestellt 2023. Sie hat noch zwei Chancen: Sonntag in Vikersund (9.30 Uhr) und das Finale in Planica am 28. März. „Ich will unbedingt noch die 200 Meter schaffen“, hatte sie zuletzt gesagt – ein Satz, der nun wie ein Mantra klingt.

Kvandal nutzt precvs kurzen moment der unsicherheit

Kvandal nutzt precvs kurzen moment der unsicherheit

Nika Prevc war zur Halbzeit noch in Führung, doch Kvandal flog ihr mit 223 Metern die Silberform aus dem Leib. 425,9 Punkte standen am Ende für die Norwegerin, vor Frida Westman (420,5) und Prevc (411,3). Auch Anna Odine Ström zeigte, was in Vikersund möglich ist: 235,5 Meter im zweiten Durchgang, nur einen halben Meter unter dem Weltrekord ihrer Landsfrau.

Für Reisch war der Tag trotz des verpassten Podests ein Schritt nach vorn. Den deutschen Rekord zu brechen, „das gibt schon ein bisschen Adrenalin“, sagte sie. Aber sie kennt die Zahlen: 14. Platz, 21 Punkte hinter Kvandal. Die Distanz ist größer als die, die sie im Probedurchgang überwunden hat.

Die Saison neigt sich dem Ende zu, die Spannung nicht. Sonntag fliegen sie wieder – und Schmid wird wieder aufspringen, mit dem Gedanken an 200 Meter, die wie eine Wand wirken, die sie einfach nicht überwinden kann.