Kunstrasen-krampf in stavanger: dfb-frauen müssen gegen norwegen auf plastik zocken
Stavanger – ein Name, der am Samstagabend bei Deutschlands Fußballerinnen für kalte Schauder sorgt. Nicht wegen der Gegnerin, sondern wegen des Untergrunds. Im Viking-Stadion wartet Kunstrasen, jener grüne Teppich, der bei Profis das Schürfwunden-Phantom auslöst. Rebecca Knaak spuckt nicht in die Hand, aber sie spuckt aus Erfahrung: „In Schweden hatte ich offene Wunden bis Oktober.“ Die Innenverteidigerin lacht trocken. „Gewöhnungssache“, sagt sie. Mehr nicht.

Plastik statt perfektion – warum das 5:0 gegen slowenien plötzlich schwerer wird
Der Sieg in Dresden war Makulatur wert, wenn die Punkte in Norwegen fehlen. Das weiß auch Vivien Endemann. Die Wolfsburgerin sieht das Kunstgrün nicht nur als Handicap: „Manchmal ist Kunstrasen besser als der Acker, den wir in manchen Stadien vorgeetzt bekommen.“ Ihr Satz klingt wie ein Seitenhieb an die Liga, in der einige Vereine ihren Rasen eher mähen als wässern.
Der Plan: kurze Pässe, schnes Umschaltspiel, Ada Hegerberg isolieren. Die Europameisterin von 2013 ist längst nicht mehr das Maß aller Dinge, aber sie bleibt eine Faust im Strafraum. „Norwegen hat underperformt“, sagt Knaak und meint: Sie werden heute liefern. Genau deshalb rechnet Alexandra Popp mit einem Kampf bis zur letzten Geige.
Am Freitagabend gibt’s das Abschlusstraining auf dem beliebten Kunstrasen. Einmal über den Plastik-Teppich rollen, die Ballrollkurve checken, die Brandsätze einstudieren. Dann heißt es: mitnehmen, was geht. Drei Punkte wären ein Schritt Richtung WM, aber auch ein Befreiungsschlag gegen das ewige Achzen über Verhältnisse, die sich nun mal nicht beeinflussen lassen.
17.500 Zuschauer passen ins Viking-Stadion. Die Norweger feiern ihre Frauen seit jeher wie Rockstars. Die deutsche Antwort muss auf dem Platz kommen – und die fällt auf Kunstrasen verdammt laut aus.
