Bvb jagt book: 2.-liga-talentjäger soll kehl beerben
Nach Sebastian Kehls überraschendem Abstieg aus der BVB-Führungsetage rattert die Gerüsteturbine bereits auf Hochtouren. Nils-Ole Book, 40, Sportvorstand der SV Elversberg, ist laut kicker und Sky der heißeste Kandidat für den freien Posten.
Warum ausgerechnet ein Mann aus der 2. Bundesliga? Ganz einfach: Book hat die kleine SVE in drei Jahren vom Viertliga-Dorf bis an die Schwelle zur Bundesliga geführt – mit einem Etat, der in Dortmund gerade mal für einen Ersatzbankwarmen reicht. Sein Trick: Er scoutet unbeirrbar in der zweiten Reihe, stochert in Regionalliga- und U-19-Kickern, und lässt sie blühen. Beispiele? Nick Woltemade lieferte sich bei Elversberg auf, bevor er für 11 Millionen Euro nach Newcastle wechselte. Fisnik Asllani legte dort den Grundstein für seinen Hoffenheim-Transfer. Beide waren vorher kaum jemandem ein Begriff.
Book selbst schwieg bisher. Wer ihn kennt, weiß: Der gebürtige Schleswiger hasst Rampenlicht, liebt dafür Zahlenwerke. In Saarbrücken spricht man nur mit dem Kopfschütteln über die Möglichkeit, ihn ablösen zu müssen. „Wir haben keine Ausstiegsklausel, aber wir wissen auch: Gehalt und Infrastruktur springen in Dortmund eine ganze Liga höher“, sagt ein Vereinsangestellter anonym. Die Ablösesumme dürfte im niedrigen siebenstelligen Bereich liegen – für die BVB-Kasse ein Schultaschengeld.

Kehl vor hsv-einstieg – frankfurt-krösche dagegen aus dem rennen
Während die Borussia also buchstäblich nach Book sucht, plant der scheidende Sportchef selbst schon den nächsten Schritt. Mehrere Nordmedien berichten übereinstimmend: Sebastian Kehl steht vor einem Wechsel zum Hamburger SV. Dort würde er künftig das sportliche Groko-Regime führen, gemeinsam mit Geschäftsführer Jonas Boldt. Für den Ex-Kapitän eine Rückkehr an die Elbe, wo er zwischen 2012 und 2014 schon als Spieler für den HSV auflief.
Abgeblitzt ist indes ein anderer Top-Kandidat: Markus Krösche, Sportvorstand bei Eintracht Frankfurt, gilt nach Informationen von WAZ und Ruhr Nachrichten nicht mehr als Option. Die Hessen haben dem 43-Jährigen offenbar ein deutlich verbessertes Angebot gemacht – und bei den Dortmundern hofft man nun, dass sich die Book-Entscheidung zügig zieht. Grund: In den nächsten Wochen stehen Gespräche mit Leistungsträgern wie Nico Schlotterbeck an, deren Verträge langfristig sicher geplant werden sollen. Wer da sitzt, bestimmt mit, welche Richtung der Klub einschlägt.
Ein Insider verrät: „Die interne Deadline für die Nachfolge ist der 15. April – kurz vor dem letzten Heimspiel gegen Freiburg. Danach soll die Planung für die neue Saison in trockenen Tüchern sein.“ Bleibt die Frage, ob Books Talente auch in einem 70-Millionen-Kader funktionieren. Seine Antwort dürfte bald in Dortmund erklingen – und sie wird laut werden, das versprechen die Daten seiner bisherigen Karriere.
