Frehner trifft 59 sekunden vor schluss: davos sticht zug eiskalt
59 Sekunden vor der Schlusssirene zog Yannick Frehner im Slot ab – und die Vaillant Arena explodierte. Mit seinem vierten Saisontor besiegelte der 25-Jährige den 4:3-Auftaktsieg des HC Davos gegen den EV Zug und katapultierte die Bündner in Führung der Playoff-Viertelfinalserie.
Was wie ein Klassiker begann, entwickelte sich zum Thriller. Zug startete mit dem Selbstvertrauen des Titelverteidigers, führte nach 40 Minuten mit 3:2 und dominierte die Neutralzone mit einem aggressiven Forecheck, den Davos-Coach Christian Weber später „klebrig wie Karamell“ nannte. Doch die Zentralschweizer verpassten es, den Sack zuzumachen – und das rächte sich.
Die wende in 121 sekunden
Alles drehte sich im Schlussdrittel. Zuerst glich Leon Bristedt nach einem Faceoff-Win von Andres Ambühl aus, dann setzte Frehner den Schlusspunkt. „Wir haben gespürt, dass sie den Fuß vom Gas genommen haben“, sagte Frehner im MySports-Interview. „Da waren wir gnadenlos.“ Genau diese Gabe, Spiele spät zu drehen, hatte Davos schon in der Regular Season perfektioniert – 14 Siege nach Rückstand sprechen Bände.
Beim EVZ herrschte nach Abpfiff Grabesstimmung. Mike Künzle schob die Niederlage auf „fünf Minuten Blackout“, in denen die Zuger-Defensive zu tief stand und die Scheibe nicht mehr raustragen konnte. „Wir haben 55 Minuten lang fast alles richtig gemacht“, sagte der Stürmer. „Dann haben wir gehofft statt zu attackieren – das ist gegen Davos tödlich.“

Serie jetzt mit vorteil davos – aber vorsicht vor zug
Die Zahlage lässt aufhorchen: Davos gewann vier der letzten fünf Heimpiele gegen Zug, schoss dabei 21 Tore. Doch der EVZ blieb in dieser Saison außerhalb der Vaillant Arena ungeschlagen. „Wir wissen, dass sie in der Romandie eine andere Gangart aufziehen werden“, warnte Frehner. „Aber wenn wir die Intensität vom dritten Drittel mitnehmen, sind wir auf einem guten Weg.“
Spiel 2 ist am Dienstag (19.45 Uhr) erneut in Davos. Für Zug-Trainer Dan Tangnes dürfte die Frage nach der Starter-Goalie brisant sein: Leonardo Genoni parierte 28 Schüsse, kassierte aber vier Gegentore in brenzligen Situationen. Eine Option wäre ein Wechsel auf Joren van Pottelberghe, doch das wäre ein Eingeständnis – und genau das will Zug vermeiden.
Für die Davoser Fans zählt nur eins: Die Serie kann am Freitag in der Bossard Arena vorzeitig gedreht werden. Und wenn Frehner wieder in Position geht, wird die Vaillant Arena erneut zu einer der lautesten Eishockey-Kathedrale Europas – egal, wie viele Sekunden noch auf der Uhr stehen.
