Chermitis fallrückzieher zündet old-firm-kracher – hearts jubeln im schneesturm
Ein einziger Fallrückzieher reicht, um eine ganze Meisterschaft aufz den Kopf zu stellen. Youssef Chermiti schlägt in der achten Minute ein Tor, das selbst die Betonmauern von Ibrox Park erzittern lässt – und plötzlich ist die schottische Liga wieder offen wie seit 20 Jahren nicht mehr.

Edinburghs herzen schlagen höher
Die Hearts profitieren vom 2:2 der Glasgow-Rivalen wie von einem Geschenk des Himmels. Mit 63 Punkten bauen sie die Spitzenposition aus, sechs Zähler vor Rangers, acht vor Celtic, das noch ein Nachholspiel hat. Kein Wunder, dass sich die Gäste aus Edinburgh nach Abpfiff im Stadion wie daheim fühlten: Sie sangen, sie tanzten, sie wissen, dass die Meisterschaft nun ihre zu gewinnen ist.
Chermitis Fallrückzieher war nur der Auftakt. Noch vor der Pause legt er nach, Celtic wirkt ratlos. Doch der Rekordmeister schlägt zurück: Tierney verkürzt, dann der umstrittene Strafstoß, den Hatate zunächst verschießt – aber im zweiten Versuch versenkt. Die Celtic-Bank explodiert, die Rangers-Seite verstummt. Was folgt, ist ein Tumult im Mittelkreis, Araujo gegen die halbe Rangers-Mannschaft, O'Neill eilt herbei, schafft, was der Schiedsrichter kaum noch kontrollieren kann: er beruhigt seine eigenen Leidenschaften.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Celtic hat nur noch vier Auswärtsspiele, muss aber in Edinburgh gewinnen. Rangers müssen am 33. Spieltag nach Tynecastle – und dort wartet gerade die beste Abwehr der Liga. Die Hearts kassierten erst 18 Gegentore, drei weniger als Celtic, fünf weniger als Rangers. Wer jetzt noch glaubt, die Meisterschaft sei gelaufen, hat die letzten 90 Minuten in Glasgow nicht verstanden.
Am Ende bleibt ein Bild: Chermiti, der mit dem Rücken zum Tor abhebt, die Beine im Scheinwerferlicht zu einem Kreuz gespreizt – und die schottische Liga, die endlich wieder atmet. Die Saison ist nicht entschieden, sie beginnt erst.
