Arsenal schreibt geschichte: nach 22 jahren wieder premier league-dominanz?

Die Luft in London ist elektrisch. Nach einer fast zwei Jahrzehnte andauernden Durststrecke scheint der Arsenal FC unter Mikel Arteta kurz vor dem größten Triumph seiner jüngeren Geschichte zu stehen: dem Gewinn der Premier League. Die Erinnerungen an die ungeschlagene Saison 2003/04 und die Ära der 'Invincibles' wecken sich, doch dieses Arsenal könnte sie in den Schatten stellen.

Ein bollwerk aus stahl und präzision

Ein bollwerk aus stahl und präzision

22 Jahre mussten die 'Guns' warten, seit Arsène Wengers Team in den glorreichen Jahren 2004 den Titel holte. Arteta, der seit Dezember 2019 das Ruder übernommen hat, hat eine Mannschaft geformt, die nicht nur spielerisch überzeugt, sondern vor allem defensiv ein nahezu unüberwindbares Bollwerk darstellt. 19 saubere Tafeln in 37 Premier-League-Spielen – eine Leistung, die ihresgleichen sucht und dem Torwart David Raya den dritten 'Golden Glove' in Folge sichert.

Die Zahlen lügen nicht: 25 Siege, 7 Unentschieden und lediglich 5 Niederlagen sprechen eine deutliche Sprache. Mit 69 Toren (nur Manchester City ist besser) und lediglich 26 Gegentreffern ist Arsenal nicht nur torgefährlich, sondern auch die Mannschaft mit der besten Defensive der Liga. Ein Fakt, der die Kritik an einem angeblich 'defensiven' Spielstil ad absurdum führt.

Was niemand so recht beachtet: Arsenal kontrolliert das Spiel, dominiert den Ballbesitz (56% im Durchschnitt pro Spiel), kreiert im gegnerischen Drittel zahlreiche Torchancen und ist in der Lage, den Gegner unter Druck zu setzen. Die Daten zeigen ein Team, das sowohl defensiv stabil als auch offensiv gefährlich ist – ein wahres Kraftpaket.

Das Team von Arteta hat etwas erreicht, was zuvor keinem Premier-League-Klub gelungen ist: eine komplette Saison ohne eine einzige rote Karte und ohne einen einzigen Elfmeter gegen sich. Ein historischer Wert, der die Disziplin und Konzentration der Mannschaft unterstreicht. Die letzte Partie gegen Crystal Palace am Sonntag steht noch aus, doch die Meisterschaft ist bereits so gut als sicher betrachtet.

Die Parallelen zu Wengers 'Invincibles' sind unverkennbar, doch dieses Arsenal hat seinen eigenen Charakter. Während die Mannschaft von 2003/04 vor allem durch ihre Unbesiegbarkeit bestach, zeichnet das aktuelle Team eine dominante Spielweise und eine außergewöhnliche defensiv Stabilität aus. Die Frage, ob sie die 'Invincibles' übertreffen können, wird in den Geschannachrichten diskutiert.

Ein möglicher Doppelpack in Budapest – der Gewinn der Premier League und des Europa League – würde den historischen Triumph abrunden und Arsenal in den Olymp des europäischen Fußballs katapultieren. Es ist eine Ära, die gerade erst beginnt.