Wm-eklat: haiti muss trikots austauschen – nur wenige stunden vor dem spiel!
Ein Schock für das haitianische Nationalteam kurz vor dem WM-Debüt: Die FIFA hat das Trikotdesign der Karibik-Mannschaft kurzfristig untersagt. Grund: Eine Darstellung der Schlacht von Vertières, einem zentralen Ereignis in der haitianischen Unabhängigkeitsgeschichte, wurde als potenziell politisch gewertet und muss vor dem ersten Spiel gegen Schottland am Sonntag ersetzt werden.

Ein trikot, das geschichte schrieb – und nun verboten ist
Das blau-gelbe Trikot, das mit der Illustration der Schlacht von Vertières verziert war, hatte Haiti bereits in zwei Testspielen in Florida getragen. Der kolumbianische Hersteller Saeta betonte daraufhin, dass die Darstellung keineswegs als politische Aussage gedacht gewesen sei, sondern vielmehr als Hommage an die Kämpfer und Kämpferinnen, die für die Zukunft Haitis einstehen. Ein naives Statement, angesichts der historischen Bedeutung des Ereignisses.
Die FIFA scheint hier eine Null-Toleranz-Politik zu fahren, die auf den ersten Blick wenig Raum für kulturelle oder historische Bezüge lässt. Es bleibt abzuwarten, ob das neue Trikotdesign die Identität und den Stolz des haitianischen Teams gleichermaßen widerspiegelt. Die Frage ist: Kann man ein Nationalgefühl in ein neues Kleidungsstück zwängen?
Für Jean-Ricner Bellegarde, Mittelfeldspieler Haitis, ist die Teilnahme an der Weltmeisterschaft bereits ein enormer Erfolg. „Wir wissen, dass die Menschen vielleicht ein schlechtes Bild von unserem Land haben, dass es viele Probleme gibt, aber das wird dem Land, den Menschen, meiner Familie so viel Gutes tun“, sagte er vor dem Turnier. Ein Hoffnungsschimmer für eine Nation, die dringend positive Schlagzeilen benötigt.
Im 26-köpfigen Kader Haitis befindet sich auch Torhüter Josué Duverger vom Oberligisten FC Cosmos Koblenz, der nun ebenfalls mit der kurzfristigen Änderung konfrontiert ist. Die Spannung im haitianischen Lager ist unbestreitbar groß, und die Spieler müssen sich schnell auf die neue Situation einstellen, ohne den Blick auf das Ziel zu verlieren: eine überraschende Leistung bei der Weltmeisterschaft.
