Schiedsrichter-boss zappi: bittere abrechnung nach sperre

Rom – Antonio Zappi, der ehemalige Präsident des italienischen Schiedsrichterverbandes (AIA), hat sich mit einem offenen Brief an die „Gazzetta dello Sport“ zu Wort gemeldet. Der Brief kommt kurz nach der Bestätigung seiner 13-monatigen Sperre durch das Sportgericht des CONI. Ein Rauswurf, der Zappi offenbar zutiefst erschüttert hat und den er mit einem Gefühl der Ungerechtigkeit quittiert.

Ein „ergastolo“ und dunkle machenschaften

„Dreizehn Monate – ein lebenslanger Satz, eine unverhältnismäßige Strafe“, schreibt Zappi und deutet auf „dunkle und schwer zu erfassende Umstände“ hin, die zu seiner Suspendierung geführt haben. Er spricht von „unerträglichem Druck“ und einem System, das ihn als Teil der Probleme dargestellt habe, obwohl er sich stets für die meritokratische Auswahl von Schiedsrichtern eingesetzt habe. Ein Vorwurf, der die italienische Fußballwelt spalten dürfte.

Zappi betont seine Errungenschaften während seiner Amtszeit: die Berufung hochkarätiger technischer Gremien, die Stärkung des Schutzes junger Schiedsrichter vor Gewalt, sowie eine signifikante Reduzierung der Verwaltungskosten. „Ich habe mit Stolz die Einhaltung des Budgets 2025 erreicht, trotz ungerechter und unbegründeter Medien- und institutioneller Anschuldigungen“, so Zappi.

Verpasste reformen und eine bittere ironie

Verpasste reformen und eine bittere ironie

Er bedauert, eine umfassende technische und organisatorische Reform nicht abschließen zu können, die auf die Professionalisierung der Schiedsrichter ausgerichtet war. Zappi erklärt, dass seine Bemühungen stets auf Widerstand gestoßen seien, da sie die Traditionen und Werte des Verbandes in Frage gestellt hätten. „Eine authentische Reform kann nur im Respekt vor der technischen Autonomie der AIA entstehen“, mahnt er.

Der ehemalige AIA-Präsident kritisiert zudem, dass er fälschlicherweise als Teil der politischen Machenschaften dargestellt wurde, die er eigentlich bekämpfen wollte. „Wer nicht versteht, worum es geht, kann personelle Veränderungen auf der Grundlage rein technischer Qualität mit einem reinen politischen Tausch verwechseln.“

Ein abschied mit dankbarkeit und blick nach vorn

Ein abschied mit dankbarkeit und blick nach vorn

Trotz des bitteren Ausgangs blickt Zappi positiv auf seine Zeit an der Spitze der AIA zurück. Er dankt seinem Komitee, seinen Kollegen und allen, die ihn unterstützt haben. Besonders hervorhebt er die jungen Schiedsrichter, die ihm stets am Herzen lagen. „In Momenten, in denen das Licht erlischt, zählt ein ‚Wie geht es dir?’ mehr als jede Entlohnung.“

Zappi kündigt an, sich neuen Herausforderungen zu stellen und sich in anderen Bereichen weiterzuentwickeln. „Ich überlasse Francesco (Vizepräsident Massini) und Michele (Affinito) sowie meinem außergewöhnlichen Komitee die Aufgabe, die endgültige Entscheidung des Sportgerichts zu akzeptieren“, schließt er seinen Brief. Ob ein Comeback in der Zukunft möglich ist, schließt er nicht aus.