Pesic packt aus: bayern-kritik und abschied vom vater

Marko Pesic, einstiger Strippenzieher beim FC Bayern Basketball, bricht die öffentliche Stille. In einem exklusiven Interview mit SPORT1 spricht der Ex-Manager offen über das BBL-Finale, die Karriere seines Vaters Svetislav und das brisante Verhältnis zwischen Bayern und Bamberg. Seine Worte sind ein Erdbeben im deutschen Basketball.

Ein blick hinter die kulissen des finales

Während die BMW Halle in Berlin für die Entscheidungspiele zwischen Bayern und Alba tobt, verfolgt ein ganz besonderer Beobachter das Geschehen: Marko Pesic. Der langjährige Kopf des FC Bayern, der sich seit seinem Rücktritt weitgehend aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte, ist auf Einladung von Präsident Herbert Hainer anwesend – nicht nur, um seinen Vater Svetislav bei dessen vermutlich letzten Spielen als Trainer zu unterstützen. Die Atmosphäre ist elektrisierend, und Pesic, der das Finale aus einer neuen Perspektive betrachtet, lässt es sich nicht nehmen, seine Eindrücke zu teilen.

„Ohne Basketball läuft es nicht“, gesteht Pesic im Interview. Und tatsächlich, auch abseits des Spielfelds ist Basketball ein zentraler Bestandteil seines Lebens. Doch die Rolle hat sich gewandelt, von der des verantwortlichen Managers zu dem eines Fans, der von der Tribüne aus zusieht.

Der abschied seines vaters – eine emotionale achterbahnfahrt

Der abschied seines vaters – eine emotionale achterbahnfahrt

Doch es ist nicht nur das Finale, das Pesic bewegt. Der bevorstehende Abschied seines Vaters vom aktiven Geschäft steht im Raum. „Ja, das macht mich emotional – und es macht wahrscheinlich mich und uns als Familie emotionaler als ihn“, gibt er zu. Nach fast 45 Jahren auf höchstem Niveau könnte das Wochenende das Ende einer Ära markieren. Eine Bilanz, die seinesgleichen sucht.

Die Frage, ob sein Vater wirklich für immer Schluss macht, beantwortet Pesic mit einem Lächeln: „Meine Mutter ist der festen Überzeugung, dass es das war. Und wenn sie es ist, wird es wahrscheinlich so sein.“ Ein Abschied, der für die Familie Pesic eine ganz besondere Bedeutung hat.

Die bamberger affäre: pesic nimmt gavel in schutz

Die bamberger affäre: pesic nimmt gavel in schutz

Doch Pesic scheut sich nicht, auch ein heikles Thema anzusprechen: die jüngsten Kontroversen um Bamberg und Bayern. Besonders die Äußerungen des Sponsors Michael Stoschek gegenüber dem ehemaligen Bayern-Spieler Anton Gavel verurteilte Pesic scharf. „Ich muss zwei Dinge sagen. Erstens: Ich war mal ein großer Fan von Herrn Stoschek. Zweitens: Anton Gavel war mein Spieler. Und von allen Spielern, die ich in meiner langen Zeit als Manager erlebt habe, war er ganz sicher in den Top 3, was Ehrlichkeit, Loyalität und Einsatz anging.“

Pesic zeigt sich schockiert über die Art und Weise, wie Gavel öffentlich angeprangert wurde: „Ich weiß jetzt nicht, was intern bei Bamberg los ist. Doch ihn auf diese Art und Weise öffentlich an den Pranger zu stellen, ist eine absolute Unverschämtheit.“

Die finalserie: ein basketball-spektakel

Die finalserie: ein basketball-spektakel

Trotz der Nebengeräusche rückt Pesic das sportliche Geschehen in den Fokus. Die Finalserie zwischen Bayern und Alba beschreibt er als „ein Himmel voller Geigen“. „Wenn einem der deutsche Basketball am Herzen liegt, dann ist das wie ein Himmel voller Geigen. Das ist der absolute Wahnsinn.“ Er betont die Bedeutung der deutschen Spieler in beiden Teams und die hohe Intensität der Spiele. Ein Spektakel, das die Fans begeistern muss.

Am Ende des Interviews äußert Pesic noch einen Wunsch: „Vielleicht kann Berlin noch mal über sich hinauswachsen und es gibt ein fünftes Spiel.“ Ein Appell an die Alba-Fans, alles zu geben, um die Serie vorzeitig abzuschließen. Die Bühne gehört dem Basketball.