Mbc-debakel in weißenfels: 14-punkte-führung verspielt, dbb-spott kontert geissler

Weißenfels – Die Glocke schlug 14 Punkte. Dann krachte sie. Der MBC warf sich in der eigenen Halle gegen Manchester Basketball aus dem Europapokal, und die Enttäuschung schmeckt wie kaltes Metall. 86:89. Das Final-Four-Traumtickets wurde in 40 Minuten zur Eintrittskarte fürs kleine Finale.

„Das spiel ist für die katz“ – vargas brüllt, was alle denken

Akeem Vargas sprach es aus, als hätte er schon die Nacht durchgekocht: „Das Spiel ist für die Katz. Das ist so bitter.“ Heute um 17 Uhr trifft der Bundesligist auf Titelverteidiger CSO Voluntari – ein Match, das nur noch Ehre und etwas Preisgeld verspricht. Die Briten wiederum feiern ihsten Coup und treffen im Endspiel auf Dziki Warschau, das Voluntari ebenso alt aussehen ließ wie der MBC seine Gäste zuvor.

Die Zahlen lügen nicht: 7:1 in der Gruppenphase, Viertelfinale souverän, dann der K.o. durch einen 0:12-Lauf, als Weißenfels gerade dachte, das Finale schon zu riechen. „Wir hatten keine Antwort auf deren Aggressivität“, sagte Manager Martin Geissler. Er sprach von „Kopf-themen“, von „fehlender Cleverness in den entscheidenden 180 Sekunden“. Gemeint ist: Manchester drehte die Schraube, der MBC drehte durch.

Dbb-spott kontert geissler: „kein dorf-wettbewerb“

Dbb-spott kontert geissler: „kein dorf-wettbewerb“

Loch in der Seele, Loch in der Argumentation des Deutschen Basketball-Bunds. Noch vor dem Turnier hatte DBB-Generalsekretär Wolfgang Brenscheidt die ENBL als „fünftklassig“ abgetan. Geissler zückte nach dem Halbfinale den Stichwortgeber: „Das war Weißenfels gegen Manchester, nicht Weißenfels gegen Eilenburg. Manchmal ist es eben nicht so einfach mit dem Heimvorteil.“

Die Pointe: Die Liga, die laut DBB „keine Legitimation“ besitzt, schickt den deutschen Vertreter vor heimischem Publikum nach Hause. Die Liga, die angeblich niemanden interessiert, sorgt für volle Blocks und brennende Gesichter. „Wir haben gezeigt, dass hier Teams spielen, die auch einer Bundesliga-Mannschaft das Leben schwer machen“, so Geissler. Der MBC verliert das Spiel, gewinnt aber eine Debatte.

Platz drei wäre das Minimum, um die Saison mit erhobenem Haupt zu beenden. Die Favoritenrolle liegt trotz des Rückschlags beim MBC – schließlich war das Ziel vor Saisonbeginn nur das Erreichen des Final Four. Doch das weiß jeder, der schon mal 14 Punkte verspielt hat: Trostpflaster kleben nicht an eitern Wunden. Heute zählt nur Sieg, sonst bleibt der Geschmack von Metall.