Ilzer wartet auf den nächsten debütanten: tsg-coach jagt rekord im krisen-wolfsburg
Christian Ilzer hat den fünften „Erstlings-Flop“ der Saison gebucht – und das ist kein Scherz. Am Samstag empfängt seine TSG Hoffenheim den VfL Wolfsburg, wieder mit einem frisch vereidigten Trainer am Rande des Rasens. Dieter Hecking ist die Notlösung, Ilzer dagegen der Mann, der aus Querelen Titel macht.
Ein 3:2 in wolfsburg, dann die abwerbung
Am 8. November jubelte die TSG im Volkswagen-Land. 3:2, siebter Auswärtssieg, zwölfter Platz – damals noch harmlos. Kaum hatten die Spieler die Kabinentür zugemacht, flatterte die nächste Bombe herein. Wolfsburg-Bosses reisten nach Sinsheim, um Andreas Schicker abzuwerben. Christoph Henssler, Interims-Aufsichtsrat und Mehrheitsgesellschafter, blockte mit Veto. Schicker blieb – und blüht auf.
Der VfL dagegen rutscht. Milliardenverlust, Abstiegskampf, Trainer-Turbulenzen. Hecking ist in 16 Monaten der vierte Versuch, die Kurve zu kriegen. Ilzer? Er feiert seine 15. Saison-Niederlage für die Gegner, wenn er gewinnt. 15 Siege nach 31 Spieltagen – das gab es in 126 Jahren Vereinsgeschichte noch nie.

Ilzers debütanten-rekord jagt nagelsmann
2016/17 markierte Julian Nagelsmann mit 16 Siegen die Messlatte. Ilzer kann gleichziehen. Dafür muss er nur den Angsthasen aus Niedersachsen erledigen – und das ist Programm. „Wir wollen den Rekord“, sagte der 48-Jährige nach dem 3:1 in Frankfurt, dem vierten Sieg in Serie. Dabei traf er dort schon wieder auf einen Interimscoach, Dennis Schmitt.
Die Liste liest sich wie ein Who-is-who der Bundesliga-Panikmoves: ten Hag in Leverkusen, Löw in Leipzig, Bauer nach Hasenhüttl-Exit, Schmitt nach Toppmöller-Rauswurf. Und jetzt Hecking, der eigentlich als Berater im Klub fungierte, bis die sportliche Leitung kapitulierte.
Ilzer weiß: Glück spielt mit, aber die TSG spielt besser. 54 Tore erzielt, nur 39 kassiert – beides Vereinsbestwerte nach 31 Spieltagen. Bei 42 Punkten fehlt ein Sieg zum Rekord, bei 43 winkt Platz vier und die Champions-League-Quali. Die Rechnung ist einfach: Wer Heckings Retter-Debüt zerstört, schreibt Geschichte.
Während in Wolfsburg die Ketten rauchen, dampft die TSG-Maschine auf Rekordtouren. Schicker sitzt ruhig auf der Tribüne, Henssler schweigt, und Ilzer? Er lächelt. Fünfmal trat er gegen neue Trainer an, viermal gewann er. Die Statistik ist kein Zufall – sie ist sein Plan. Samstag, 15.30 Uhr, Sinsheim. Ilzer gegen Hecking, David gegen Goliath, nur dass der Riese diesmal zittert.
