3. Liga spitzt sich zu: osnabrück vs. cottbus wird zur schicksals-schlacht

Die Saison ist noch nicht entschieden, aber der Kalender schreit schon jetzt nach Entscheidungen. Der DFB hat die letzten vier Spieltage terminiert – und liefert ein Programm, das selbst gestählte Kieferknochen knacken lässt. Am 33. Spieltag, Sonntag, 13.30 Uhr, empfängt der VfL Osnabrück den FC Energie Cottbus an der Bremer Brücke. Tabellenführer gegen Angreifer Nummer eins. Ein Duell, das über Aufstieg oder Play-off-Zittern entscheiden kann.

Warum der karfreitag den samstag zum freitag macht

Der 31. Spieltag beginnt ungewöhnlich: Weil am Karfreitag traditionell kein Ball rollt, rückt das Freitagabendspiel auf den Samstag vor. Folge: Am 4. April um 16.30 Uhr starten zwei Partien gleichzeitig. Die eine davon ist der West-Schlager zwischen Rot-Weiss Essen und MSV Duisburg. Beide Klubs wittern den Sprung Richtung Zweite Liga, beide wissen: Verlieren darf hier keiner. Eine Stunde vorher, 14 Uhr, eröffnen 1860 München und Waldhof Mannheim den Spieltag. Den Schlusspunkt setzt Alemannia Aachen am Sonntagabend (19.30 Uhr) im Tivoli.

Doch die Liga legt noch einen drauf. Die sogenannte „englische Woche“ folgt unmittelbar. Dienstag, 7. April, empfängt Cottbus die Löwen aus München. Eine Stunde später empfängt der MSV Duisburg den Tabellenführer aus Osnabrück. Beide Spiele sind Endspiele im Endspiel. Mittwoch komplettiert das Verfolger-Duell SC Verl gegen Hansa Rostock das Programm. Drei Tage, sechs Klubs, unzählige Rechenspiele.

Sicherheitsvorgaben treiben cottbus an den sonntag

Sicherheitsvorgaben treiben cottbus an den sonntag

Der DFB macht es explizit: Die Sonntag-Anpfiffe in Osnabrück (33. Spieltag) und Cottbus (34. Spieltag) gegen Essen folgen „verbindlichen Vorgaben der Sicherheitsbehörden“. Polizei und Veranstalter wollen vermeiden, dass sich rivalisierende Fanlager zeitglech in deutschen Städten treffen. Für Cottbus bedeutet das: zweimal Sonntag, zweimal 13.30 Uhr, zweimal volle Konzentration. Wer sich da einen Ausrutscher erlaubt, fliegt raus aus dem Aufstiegsrennen.

Die Zahlen sind gnadenlos. Zwischen Platz eins (Osnabrück) und Platz vier (Essen) liegen nur vier Punkte. Cottbus ist Zweiter, einen Zähler dahinter. Drei Spiele, maximal neun Punkte – die Liga wird sich in diesen Tagen spalten zwischen jubelnden Helden und enttäuschten Statisten.

Die Uhr tickt. Am 34. Spieltag eröffnet Jahn Regensburg mit dem Duell gegen Aachen bereits Freitagabend. Wer bis dahit die Pole-Position verteidigt, darf durchatmen. Wer nicht, muss auf Schützenhilfe hoffen – und auf die eigene Nervenstärke. Am Ende stehen nicht nur Auf- oder Abstieg, sondern die Frage, wer die Last der eigenen Geschichte tragen kann. Die Antwort liefern 90 Minuten an der Bremer Brücke – und vielleicht schon am darauffolgenden Dienstag in Cottbus.