Hertha bsc setzt trikot-release aus – dresdner ausschreitungen werfen schatten

Berlin – Die jüngsten Ausschreitungen beim Auswärtsspiel von Hertha BSC in Dresden haben gravierende Folgen: Der geplante Release eines Sondertrikots wurde vom Hauptstadtklub verschoben. Ein deutliches Zeichen der Distanzierung von den gewalttätigen Szenen, die das Zweitligaspiel überschatteten.

Die eskalation im k-block

Was als sportlicher Kräftemessen gedacht war, endete am vergangenen Samstag in einem Ausbruch von Gewalt. Vermummte Dynamo-Fans aus dem K-Block stürmten in Richtung Gästebereich der Hertha-Anhänger. Es kam zu Handgreiflichkeiten, Pyrotechnik wurde eingesetzt und Raketen flogen hin und her. Die Polizei war gezwungen, eingreifen und die Heimfans zurück in den eigenen Block zu drängen. Die Partie musste für rund 20 Minuten unterbrochen werden, während sich beide Teams in den Katakomben verschanzten.

Hertha BSC reagiert nun mit einer deutlichen Geste. „Umso schwerer fällt uns die Entscheidung, den Release dieses Sondertrikots vorerst zu verschieben“, so eine offizielle Mitteilung des Vereins. Die Ereignisse in Dresden und jede Form von Gewalt werden aufs Schärfste verurteilt. Sie stehen in diametralem Gegensatz zu den Werten, für die Hertha BSC einsteht.“

Mehr als nur ein produkt: werte in frage gestellt

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Das geplante Sondertrikot sollte mehr sein als nur ein Kleidungsstück. Es sollte Gemeinschaft, Zusammenhalt und Identifikation verkörpern – innerhalb des Vereins, zwischen Mannschaft und Fans und über Generationen hinweg. Doch angesichts der noch offenen Fragen und der notwendigen Aufarbeitung der Geschehnisse in Dresden erscheint ein großangelegter Marketing-Auftritt unangemessen. „Wir halten es für das falsche Signal, zum jetzigen Zeitpunkt einen großen kommunikativen Aufschlag rund um ein Sondertrikot zu machen“, erklärt Hertha BSC.

Der Verein hat sich bewusst dafür entschieden, „innezuhalten, bei uns zu bleiben, Verantwortung zu zeigen und den Fokus auf eine sachliche und gründliche Aufarbeitung der Geschehnisse zu legen.“ Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren, und die Verantwortlichen wollen sicherstellen, dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden.

Die Verschiebung des Trikot-Releases ist somit nicht nur eine wirtschaftliche Entscheidung, sondern vor allem ein Zeichen der Solidarität mit den Opfern der Gewalt und ein klares Bekenntnis zu den Werten des fairen Sports. Die Frage, wann und wie das Sondertrikot dennoch präsentiert wird, bleibt vorerst offen – die Aufarbeitung der Ereignisse hat oberste Priorität.