Fußball-wm: die erschöpfung der stars – ein alarmsignal?

Die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar hinterließ mehr als nur sportliche Höhepunkte. Beobachter und Experten schlagen Alarm: Die Ausnutzung der Spieler, die schiere Intensität des Turniers, wirft ein düsteres Licht auf die Zukunft des Profifußballs. Der italienische Journalist Luigi Garlando bringt es auf den Punkt: Wir sehen eine „hypertrophische“ WM, die die Athleten und das eigentliche Spielopfer darstellt.

Die kehrseite des modernen fußballs

Die kehrseite des modernen fußballs

Wo einst die Differenz zwischen einem Rivera und einem Lodetti, vergleichbar mit der zwischen einem Gutsherren und einem Bauern, bestand, arbeiten heute selbst die talentiertesten Spieler, wie Rafael Leao, unermüdlich und ohne Pause. Die Demokratisierung des Fußballs, mit dem allgegenwärtigen Pressing, verlangt von jedem Akteur Höchstleistungen. Talent allein reicht nicht mehr aus. Der Druck, immer schneller, stärker, ausdauernder zu sein, hat neue Dimensionen erreicht.

Die Medien stürzen sich auf jede noch so kleine Entwicklung, jede noch so nebensächliche Information. Gazzetta dello Sport liefert tagtäglich Sonderausgaben, eine Flut an Berichterstattung, die den Druck auf die Spieler weiter erhöht. Doch was niemand thematisiert, ist die zunehmende Verletzlichkeit der Athleten, die unter dieser permanenten Belastung leiden.

Man erinnert sich an den berühmten Satz Platini gegenüber Agnelli: „Das Wichtige ist, dass Bonini nicht raucht.“ Eine heitere Bemerkung, die den damaligen Umgang mit den Spielern widerspiegelte. Heute hingegen werden die Athleten wie Ressourcen behandelt, die es auszupressen gilt, bis sie am Ende zusammenbrechen. Gianni Infantino, geboren 1970, muss sich fragen lassen: Erinnert ihn die Situation nicht an den Film „Manche sterben so jung“, der die brutale Ausbeutung von Tänzern in einem Tanzwettbewerb thematisierte?

Es gilt, zwischen der ehrlichen, verdienten Anstrengung und der schädlichen, von wirtschaftlichen Interessen getriebenen Ausbeutung zu unterscheiden. Die Füllhornmilbe hat den Fußball ergriffen, und die Zukunft des Sports hängt davon ab, ob er sich dieser Bedrohung entziehen kann.

Währenddessen bereitet der Real Madrid einen Transfer im Wert von 150 Millionen Euro für Olise vor, doch der FC Bayern wird sich in diesem Kampf um den jungen Franzosen nicht geschlagen geben. Und dann ist da noch Mbappé, dessen Rolle in all dem noch offen ist. Die Spieler sind Schachfiguren in einem Spiel, das von Geld und Macht bestimmt wird, und oft vergessen die Verantwortlichen, dass hinter den Stars Menschen stehen, die ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden aufs Spiel setzen.