Dotchev zieht die notbremse: ulms letzter poker beginnt in cottbus

Neun Punkte fehlen, neun Spiele bleiben – und Pavel Dotchev will trotzdem nichts vom Abstieg wissen. Der Trainer des SSV Ulm 1846 schickt seine Mannschaft am Samstag nach Cottbus, um beim Tabellenzweiten den ersten March-Punkt überhaupt zu holen und die Resthoffnung von 27 noch möglichen Zählern am Leben zu halten.

„Wir können uns nicht erlauben, mit pauken und trompeten runterzugehen“

„Wir können uns nicht erlauben, mit pauken und trompeten runterzugehen“

Die Zahlen sind gnadenlos: sieben Partien, zwei Punkte, letzter Sieg am 25. Januar. Doch Dotchev redet sich frei: „Eine kleine Chance auf den Klassenerhalt ist vorhanden.“ Das klingt nach Selbsttherapie, ist aber mathematisch korrekt. Seine Devise: „Einfach frech und befreit spielen.“ Druck? Abgehakt. „Egal was kommt, wir müssen Gas geben.“

Der 60-Jährige hat intern bereits die Kehrseite der Medaille ausgerufen. Wer ihm nicht zu 100 Prozent hilft, „muss sich warm anziehen“. Knallhartes Controlling statt Sommermärchen. Denn auch seine eigene Zukunft hängt an diesem Saisonendspurt. Der Vertrag läuft bis 2027 – aber nur für die 3. Liga. Sollte der Klub abrutschen, steht eine neue Runde Verhandlungen an. „Ich bin offen für alles“, sagt Dotchev, ohne zu flunkern.

Cottbus also als Schicksalsort. Die Lausitzer haben in dieser Spielzeit schon manchen Favoriten-Faden gerissen. Für Ulm wäre ein Punktgewinn nicht nur der erste im März, sondern auch das Startsignal für eine Jagd, die wohl nur mit Sieben-Meilen-Stiefeln gelingt. Die Spatzen müssen fliegen statt hopsen.

Dotchev spielt den Poker bis zum Schluss. Ob es für die Rettung reicht, weiß selbst die Fußball-Göttin nicht. Aber er wird nicht folden – und das allein ist schon eine kleine Sensation.