Riera wetzt sich: burkardt-vorfall und kritik am eigenen verein
Eintracht Frankfurt bangt um die sportliche Konstanz, aber Trainer Albert Riera scheint aktuell vor allem um das Image seines Klubs zu bangen. Nach einem internen Disziplinarvorfall mit Nationalspieler Jonathan Burkardt, der öffentlich wurde, wetterte der Spanier gegen die Medien und deutete an, dass die Berichterstattung dem Verein schade.
Burkardts wutentladung und die teure strafe
Der Vorfall selbst ist schnell erzählt: Nach seinem Tor beim 2:3 gegen Borussia Dortmund soll Burkardt Riera beschimpft haben. Eine Reaktion, die der Trainer nicht ungeschehen lassen konnte. „Er hat etwas getan, was intern disziplinarisch bestraft werden musste“, erklärte Riera auf der Pressekonferenz. Die Strafe: 20.000 Euro. Sportlich muss Burkardt gegen den VfB Stuttgart offenbar antreten, denn Riera bestätigte dessen Teilnahme am Samstag.
Was wirklich brannte, war jedoch die Art und Weise, wie der Vorfall an die Öffentlichkeit gelangte. „Wissen Sie auch, was ich heute zum Frühstück hatte?“, fragte Riera rhetorisch die versammelten Journalisten. „Diese interne Disziplin muss unter uns bleiben. So wie es in jeder Firma der Fall ist.“ Die Bild-Zeitung hatte den Vorfall am Freitagmorgen publik gemacht, und Riera ließ wenig Zweifel daran, dass er das als Angriff auf den Verein wertet.

Kritik an den medien und gerüchte um die eigene zukunft
„Vor einigen Wochen habe ich schon gefragt, ob wir hier eine Bar oder ein Zirkus sein wollen“, wetterte der Coach. „Ob ihr das wirklich für euren Klub wollt. Es ist sehr traurig für mich.“ Er betonte, dass der Vorfall an sich „normal“ sei, aber die öffentliche Darstellung nicht. Die Gerüchte um eine mögliche Entlassung nach Saisonende wischte er hingegen mit der Hand. „Ich habe daran noch nicht eine halbe Sekunde gedacht. Das sind eure Sorgen, meine sind nur Stuttgart morgen.“
Auch die Kritik von Lothar Matthäus, der in Erwägung gezogen hatte, im letzten Saisonspiel einen Amateurtrainer auf die Bank zu setzen, nahm Riera nicht allzu ernst. „Er kann hier auf meinen Sitz kommen und es selber machen“, konterte er trocken. Die Situation bei Eintracht Frankfurt ist also alles andere als entspannt. Während die Mannschaft um die Qualifikation für die Conference League kämpft, muss der Trainer mit internen Konflikten und öffentlicher Kritik umgehen – und das alles, während er versucht, die Ruhe zu bewahren.
Die Frage, ob Riera diese turbulente Phase überstehen wird, bleibt offen. Aber eines ist klar: Der Spanier wird sich nicht kampflos geschlagen geben. Er wird kämpfen – für seine Mannschaft, für seinen Verein und für seinen Job. Und vielleicht, so munkelt man, sogar für einen entspannten Sommer auf Mallorca.
