Adin licina: juve schlägt zu – der yildiz-nachfolger kommt aus bayern
Er kam, sah und ließ die Konkurrenz alt aussehen. Adin Licina, 17, Deutschlands bestgehütetes Geheimnis nach Musiala, hat in Turin bereits nach drei Kurzeinsätzen und einem Startelf-Debüt in der Primavera die Twitter-Scouts gespalten: Entweder ihr nennt ihn „Kenan Yildiz 2.0“ oder ihr habt ihn nicht gesehen.
Vom bayern-überschuss zum juve-juwel
Der Flügelspieler verließ München nicht, weil er zu schlecht war, sondern weil ein anderer zu gut wurde: Lennart Karl, sein Jahrgangskollege, blockierte rechts die Pipeline. Juventus zahlte eine Ausbildungsentschädigung plus 15 % Weiterverkaufsbeteiligung, stellte Licina sofort in die Next-Gen-Truppe der Serie C und öffnete ihm nebenbei die Torbogen der Continassa. Drei Dinge fallen auf: Sein Eröffnungsdribbling ist ein Lächeln mit Ball, seine Sohlentouches ein Scherenschlag gegen die Zeit und seine Laufwege ein Taschenmesser für jedes Pressing.
Trainer Paolo Montero ließ ihn gegen Cagliari Primavera 63 Minuten auflaufen – danach Twitter-Italia einhellig: „Level too high“. Gegen Crotone Serie C durfte er zehn Minütchen mitspielen, reichte für einen gefühlten Assist, weil seine Hereingabe erst auf dem Weg zum Torhüter abgefälscht wurde. Die Kurven steil, das Selbstbewusstsein trotzdem lauwarm. „Ich bin schüchtern, aber mit Ball bin ich laut“, sagte er nach dem Spiel zu einem Teamkollegen, der das Zitat sofort auf Italienisch weiterplauderte.

Warum spalletti ihn schon auf dem zettel hat
Luciano Spalletti, Italiens Nationalcoach, ließ sich vor zwei Wochen ein Next-Gen-Video schicken – laut Vereinsinternen mit Licina-Stempel „dringend anschauen“. Der Bundestrainer sucht seit Monaten einen linkfüßigen Rechtsaußen, der diagonal ins Zentrum ziehen kann. Die Azzurri-Insider winken ab: „Noch keine 18, aber die Art Bewegung erinnert an frühen Bernardeschi, nur schneller.“
Im Trainingscamp der Profis durfte Licina bereits zweimal mitmischen. Kein作秀, sondern Sprintwerte, die laut Catapult-Tracker 0,3 km/h schneller als die der Stammkräfte waren. Allegri notierte sich nur ein Wort: „Ritmo.“ Übersetzt: Der Junge bringt ein Tempo mit, das sich nicht simulieren lässt.

Der yildiz-plan als blaupause
2022 landete Kenan Yildiz mit 18 in Turin, 2024 stand er im Champions-League-Kader. Licina studiert die Karriere seines Vor-Vorgängers wie ein Lehrbuch: gleiche Sprachschule, gleiche Wohngegend, gleicher Stilberater. Der Unterschied: Yildiz kam als No-Name, Licina kommt mit No-Name-Preisschild und Bayern-Logo im Rücken – ein Druck, den er in Motation umwandelt. Seine erste Aktion nach dem Training: 30 Minütchen Extra-Dribbling mit dem Staff-Coach, danach 20 Minuten Ausputzer, weil „die Sohle noch nicht ganz italienisch ist“.
Die Kurve auf TikTok, auf der er mit 14 schon mal einen Gegner dreimal in der Luft tränkte, hat er privat gestellt. Stattdessen folgt er vier Juve-Fan-Accounts, um „die Stimmung zu spüren, nicht zu performen“. Das Bärtchen bleibt, die Haare auch – „meine Marke, aber primär muss der Ball tanzen“.

Was als nächstes passiert
Am 16. März testet Juve Next Gen gegen Pro Patria – er wird von Beginn an auflaufen. Scout-Chef Matteo Tognozzi wird live sein, Spalletti lässt sich per Stream zuschicken. Sollte er treffen oder vorlegen, rückt die Auswahl für die U-19-Europameisterschaft in den Blick. Juve wiederum plant langfristig: Ein Profi-Vertrag bis 2027 liegt bereit, aber nur un Jahr vorzeitig, damit die Entwicklung nicht über Nacht zur Last wird.
Die Devise im Verein lautet: „Erst Serie C knacken, dann die Serie A küssen.“ Für Licina heißt das: Winter-Muskelaufbau, Sommer-Testspiel gegen Ajax, danach Entscheid, ob er mit der ersten Mannschaft nach Asien reist. Seine größte Sorge momentan: Er findet kein gescheites Spaghetteria in Turin, das um 22 Uhr noch offen hat. Lösung: David Puczka, österreichischer Mitspieler, bringt ihm Carbonara bei – auf Deutsch bestellt, auf Italienisch serviert.
Die Bilanz nach sechs Wochen: drei Einsätze, ein Foto mit Del Piero, 12.000 neue Follower und null Tore – aber jedes Mal ein Gasping-Stadion, wenn er aufläuft. Wenn das kein Lehrstück ist, was dann? Juventus hat wieder einen Deutschen, der nicht nach Geld, sondern nach Größe fragt. Die Antwort kommt spätestens 2026, wenn das Bärtchen vielleicht schon die Kapitänsbinde trägt.
