Kühbauer riss den lask aus dem abstiegssumpf – jetzt jagt er die meisterschaft

Ein Trainer, ein Satz, ein Neuanfang: »Wir werden nicht zum Ponyreiten anfangen«, sagte Didi Kühbauer nach dem 1:5 gegen Salzburg. Was klingt wie ein flapsiger Spruch, ist Programm. Seit seinem zweiten Amtsantritt hat der 54-Jährige den LASK von Platz elf auf drei hochgezüchtet – mit acht Siegen aus neun Spielen und nur einer Niederlage.

Der fehlstart, der keiner sein durfte

Joao Sacramento galt als Mourinho-Disciple mit Excel-Taktik. Sieben Liga-Spiele später stand er bei zwei Zählern Schnitt da, die Kabine litt an Akribie-Lähmung. Als ein interner Disziplinarfall einschlagartig einschlug, zog der Portugiese freiwillig die Reißleine. Maximilian Ritscher übernahm interimistisch, doch die Rettung hieß Didi Kühbauer. Der mit dem Wolfsberger AC gerade noch die Bullen gezähmt hatte, kehrte zurück – und mit ihm die Spielfreude.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Vor Kühbauer 0,86 Punkte pro Spiel, danach 2,33. Das xG stieg von 1,18 auf 1,79, Gegentore halbierten sich nahezu. Moses Usor traf achtmal, Samuel Adeniran lief als bulliger Joker auf – und plötzlich lief auch Keeper Lukas Jungwirth zur Höchstform auf.

Sascha horvath – der kapitän, der nie aussetzt

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Einzig beim Derby-Rückstand gegen Ried musste er zuschauen, sonst rannte er durch alle 24 Pflichtspiele. Kein Spektakel, keine Tore in Serie, dafür 237 km Laufleistung, 73 % gewonnene Zweikämpfe und eine vorzeitige Vertragsverlängerung bis 2027. Der Klub nennt ihn »Lebensversicherung mit Kapitänsbinde«, weil er die Maschine bei 0:3 in Madrid noch mal auf 3.000 Touren hochschreit.

Salzburg-blamage als weckruf stals ende

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Die 1:5-Klatsche gegen die Bullen war ein xG-Desaster (2,24 zu 1,62), aber keine Trendwende. Kühbauer stellte nicht um, er schärfte nur die Automatismen. Drei Tage später folgte ein 2:0 gegen den WAC, Adeniran traf nach 36 Minuten mit seinem sechsten Saisontreffer. Die Meistergruppe ist fix, der Vorsprung auf Platz vier beträgt fünf Zähler – genug Luft für das Finale.

Fazit: Der LASK war tot, dann lebendig, nun brandgefährlich. Wer nach der Qualifikation noch immer glaubt, die Meisterschaft sei ein Salzburg-Alleingang, verpasst die zweite Geschichte, die sich in Linz gerade schreibt. Kühbauer sagt, sie würden nicht zum Ponyreiten anfangen. Die Liga sollte sich warm anziehen: Die Ponys sind längst zu Mustang geworden.