Napoli: sarri-poker um die nachfolge conte's – atalanta macht ernst!
Der italienische Fußball fiebert dem Sommer um – und die Suche nach neuen Trainern nimmt gerade Fahrt auf. Im Zentrum des Interesses: Napoli, das nach dem überraschenden Abschied von Antonio Conte einen neuen Coach benötigt. Und der Name Maurizio Sarri fällt dabei immer wieder – doch der Weg zurück zu den Süditalienern könnte komplizierter sein, als zunächst angenommen.
Die sarri-romanze: ein déjà-vu?
Schon vor einigen Jahren sorgte Sarri für eine beeindruckende Renaissance des Neapolitanischen Fußballs. Zwischen 2015 und 2018 führte er Napoli zu spektakulären Leistungen, auch wenn der ersehnte Scudetto am Ende doch ausblieb. Nun, da Conte seinen Rücktritt erklärt hat, schwant vielen Experten ein Wiedersehen. Die Kontakte zwischen Sarri und Napoli-Präsident Aurelio De Laurentiis sollen in den letzten Tagen intensiviert worden sein. Ein Angebot eines mehrjährigen Vertrages liegt angeblich auf dem Tisch.
Doch es gibt einen Haken: Atalanta hat ebenfalls ein Auge auf den erfahrenen Taktiker geworfen. Die „Dea“ befindet sich selbst im Umbruch und sucht nach einer neuen sportlichen Führungspersönlichkeit, die das Team zurück in die europäischen Wettbewerbe führen kann. Und Sarri könnte genau der Mann dafür sein. Die Atalanta-Bosse scheinen bereit zu sein, deutlich mehr Geld in die Hand zu nehmen als Napoli, um den Wettbewerb zu gewinnen.
Die Situation wird dadurch noch brisant, dass Sarri aktuell noch bis zum Ende der Saison bei Lazio unter Vertrag steht. Ein vorzeitiger Abschied aus Rom ist zwar wahrscheinlich, doch er möchte seinen Verpflichtungen gegenüber Lazio respektieren. Die Verhandlungen mit Lazio-Präsident Claudio Lotito gestalten sich offenbar zäh, was die Entscheidung für Napoli oder Atalanta weiter verzögert.

Giuntoli: der schlüssel zum erfolg?
Ein weiterer Faktor in diesem Poker um Sarri ist die Verpflichtung von Giovanni Giuntoli als neuen Sportdirektor von Atalanta. Giuntoli und Sarri haben bereits in der Vergangenheit erfolgreich zusammengearbeitet – nämlich in den glorreichen Jahren in Neapel. Die Vorstellung, dieses bewährte Duo wieder zusammenzubringen, dürfte Sarri zusätzlich Anreize geben, nach Bergamo zu wechseln. Es ist kein Geheimnis, dass die beiden eine außergewöhnliche Arbeitsbeziehung pflegen und sich blind vertrauen.
Napoli hingegen muss sich beeilen, wenn man Sarri wirklich zurückholen will. Die Verantwortlichen um Präsident De Laurentiis sind sich bewusst, dass die Konkurrenz schläft und versuchen, die Verhandlungen zu beschleunigen. Allerdings müssen sie auch die finanziellen Möglichkeiten im Auge behalten. De Laurentiis ist bekannt für seine Sparsamkeit und wird wohl nicht bereit sein, übermäßige Summen für einen neuen Trainer auszugeben.
Neben Sarri werden auch andere Namen wie Massimiliano Allegri und Vincenzo Italiano gehandelt. Allegri scheint jedoch aktuell in Mailand zu bleiben, während Italiano im Schatten der großen Namen steht. Die Entscheidung liegt nun bei Sarri selbst: Will er zurück zu Napoli, wo er bereits einmal Geschichte schrieb, oder wagt er ein neues Kapitel in Bergamo, wo er mit Giuntoli eine neue Ära einleiten könnte?
Die kommenden Tage werden entscheidend sein. Der italienische Fußball hält den Atem an – und wartet gespannt auf die Entscheidung von Maurizio Sarri.
