Ksv hessen kassel schlägt zurück: damm kehrt als sportdirektor zurück und will regionalliga-schlafmützen wecken
Mit Tobias Damm kehrt ein alter Bekannter auf den Löwen-Thron zurück – und das mit einem Dreijahresplan, der mehr ist als nur ein Pflaster für den Schockabgang von Sören Gonther. Ab sofort lenkt der 38-Jährige die sportliche Geschicke des KSV Hessen Kassel, flankiert von Mirko Dickhaut, dessen Vertrag bis 2028 verlängert wurde.
Ein duo, das kassel in blut und adern hat
Damm spielte, coachte, trainierte – und jetzt dirigiert er. Dickhaut bleibt, weil er die Jugend-Endkappen kennt, die Lücken zwischen U23 und Profikader seit Jahren wie offene Wunden bluten. Gemeinsam sollen sie den Traditionsklub wieder in die Spur bringen, die jenseits des Tabellenmittelfelds der Regionalliga Südwest liegt.
Karsten Crede, Vorstandssprecher, nennt es „Kontinuität mit Kompetenz“. Klingt nach PR-Floskel, ist aber ein Kalkül: Damm kennt jeden Kunstrasenplatz zwischen Fritzlar und Fuldatal, Dickhaut weiß, welcher 17-Jährige sich vor schlechten Schulnoten versteckt und welcher vor Talent platzt. Beide reden nicht über „Strukturen“, sondern über Scouting-Netzwerke, die bis zur 3. Liga reichen.

Scouting-offensive statt talentschmuggel
„Die Stärkung unseres Scoutings in der Region nach den besten Fußballern wird ein wesentlicher Bestandteil meiner künftigen Arbeit sein“, sagt Damm – und meint damit nicht den nächsten Leihdeal aus der Bundesliga-Reserve, sondern Rohdiamanten aus eigener Erde. Die letzten Jahre verschickte Kassel zu viele Talente, bevor sie Löwen-Rauf auf die Brust bekommen konnten.
Die Rechnung: Ein hessischer Regionalligist kann nur überleben, wenn er U19-Stürmer nicht länger als Geheimtipp behandelt, sondern früh Profi-Minuten schenkt. Damm will Dickhauts Datenlage mit seiner eigenen Beobachtung verheiraten – ein Match, das laut Crede „die sportliche Leitung in den besten Händen“ verspricht.
Vertrag bis 2028 heißt: Keine Schnellschüsse, keine Feuerwehr. Die Löwen wollen nicht mehr reagieren, sondern vorbauen. Damm hat keinen offiziellen Startschuss nötig, er lief schon gestern über den Grünwalder Stadion-Rasen und checkte, wer morgen bereit ist für den Sprung. Die Message ist klar: Schluss mit Durchreise, Kassel wird wieder Endstation – für Talente und für Punkte.
