Janina hettich-walz verpasst podium um 1,7 sekunden – coach zurück nach krebs-op

1,7 Sekunden. So viel fehlten Janina Hettich-Walz in Otepää, um sich die erste Podiumsplatzierung seit zwei Jahren zu schnappen. Stattdessen landete die 29-Jährige auf Rang vier – mit einer Mischung aus Stolz und dem bitteren Nachgeschmack des Fast-Erfolgs.

Die entscheidenden meter auf der zielgeraden

Lange sah es nach Bronze aus. Hettich-Walz schoss fehlerfrei, lag nach dem Schießen im Rückstand von 20 Sekunden auf die Führende, holte auf der Loipe aber Sekunde um Sekunde heran. Doch Lou Jeanmonnot, Gesamtweltcup-Spitzenreiterin und Sprint-Spezialistin, setzte im Finale noch einen Zahn zu. „Ich habe alles rausgehauen, aber Jeanmonnot war einfach schneller“, sagte Hettich-Walz im ARD-Mikrofon. Der vierte Platz ist ihr bestes Saisonergebnis, doch die Nähe zum Podest nagt.

Trainer sverre olsbu röiseland zurück an der strecke

Trainer sverre olsbu röiseland zurück an der strecke

Neben der Athletin stand mit Sverre Olsbu Röiseland ein Mann, der selbst einen Kampf hinter sich hat. Nur vier Tage nach seiner Krebsoperation stellte sich der norwegische Frauen-Coach wieder an die Strecke. „Ich fühle mich gut, es ist gut, wieder hier zu sein“, sagte er knapp, sichtlich angespannt, aber entschlossen. Seine Rückkehr gibt der Mannschaft zusätzlichen Rückenwind – auch wenn sie ihn in Estland nicht aufs Podest katapultierte.

Voigt verpasst top-20 wegen schieß-zögern

Vanessa Voigt blieb zwar ebenfalls ohne Fehler, verlor aber beim Stehendanschlag 72 Sekunden – fast eine Minute mehr als die Spitze. „Ich war einfach leer, die Beine wie Blei“, sagte sie. Die 28-Jährige qualifizierte sich trotzdem für die Verfolgung, doch ihre Chancen auf ein Top-Ergebnis schmelzen, wenn die Schießzeit nicht sinkt. Auch Julia Tannheimer, Julia Kink und Selina Grotian schossen zu oft daneben, rutschen ins Mittelfeld. Die Verfolgung am Samstag (16 Uhr) wird zeigen, ob das DSV-Team nachlegt – oder ob die 1,7 Sekunden von heute zur Saison-Parabel werden.