Krösche übernimmt verantwortung: fehlentscheidung riera räumt mit pokalträumen auf
Frankfurt – Ein Geständnis, das die Frankfurter Fußballwelt erschüttert: Sportvorstand Markus Krösche hat die Verantwortung für den verfehlten Weg mit Trainer Albert Riera öffentlich übernommen. Die Saison der Eintracht endete ohne die erhoffte Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb, und Krösche räumt ein, dass er selbst den Grundstein dafür gelegt hat.
Die bittere wahrheit: eine fehleinschätzung
Vor versammelter Presse gestand Krösche: „Die Verpflichtung von Albert Riera war meine falsche Entscheidung, meine Fehleinschätzung.“ Er schilderte, wie er entgegen seiner eigenen Prinzipien gehandelt habe, in dem Glauben, mit einem starken Charakter und Leader die Mannschaft wieder auf Kurs bringen zu können. Doch die Realität sah anders aus. „Das wichtigste Prinzip, das ich missachtet habe: Wenn du den Trainer während der Saison tauschen musst, hole keinen Trainer, der die Liga nicht kennt und die Erfahrung nicht hat.“
Krösche betonte, dass er bei seiner Entscheidung von einer starken Überzeugung getrieben war, die ihn dazu verleitete, die üblichen Vorsichtsmaßnahmen zu ignorieren. Er wies ausdrücklich darauf hin, dass die Entscheidung nicht auf persönlichen Defiziten des Ex-Coaches beruhte. „Es war gewollt, eine starke Persönlichkeit, einen Leader zu haben. Darin habe ich mich nicht getäuscht.“

Kein rücktritt, sondern aufbruch
Trotz der schweren Kritik und der enttäuschenden Saison schließt Krösche einen Rücktritt von seinem Posten aus. „Die letzten Jahre waren sehr erfolgreich, wir haben viele Dinge erreicht. So ein Jahr gehört manchmal leider dazu“, erklärte er. Er bekräftigte seine Entschlossenheit, die Herausforderungen anzunehmen und gemeinsam mit dem Verein eine positive Entwicklung einzuleiten. „Ich bin niemand, der wegläuft. Man muss da gemeinsam durch und die richtigen Dinge einleiten, anpacken und weiter gehen.“
Die Suche nach einem Nachfolger für Riera läuft bereits auf Hochtouren. Krösche gab an, dass der Verein „zeitnah eine Lösung finden oder uns auf jemanden festlegen“ wolle. Dabei sei es entscheidend, Stabilität zu gewinnen und einen Trainer zu finden, der eine klare Spielidee hat und sowohl Umschalt- als auch Ballbesitzfußball beherrscht. Gerüchte um Xabi Alonso wurden von Krösche mit einem Lächeln abgetan: „Sicherlich war Xabi Alonso in meinen Gedanken, aber ich habe Xabi nicht angerufen.“
Die Bilanz ist eindeutig: Markus Krösche hat einen Fehler zugegeben und sich der Verantwortung gestellt. Ob dieser Schritt ausreicht, um das Vertrauen der Fans zurückzugewinnen und die Eintracht wieder auf Erfolgskurs zu bringen, wird die Zukunft zeigen. Doch eines ist klar: Die Saison 2026/27 wird eine Zäsur sein, ein Neuanfang, der von Ehrlichkeit und Selbstkritik geprägt sein muss.
