Krieschow will cottbus das pokalfinale vermasseln – und die 100 liter freibier sind schon kaltgestellt
13 Kilometer trennen die beiden Orte, aber am Samstag stehen sich Welten gegenüber: Der VfB Krieschow, Oberliga-Achter und frisch für den DFB-Pokal qualifiziert, fordert den Zweitliga-Aufsteiger Energie Cottbus im Brandenburger Landespokal-Finale heraus. 11:30 Uhr, Stadion an der Lauchstädter Straße, Pokalfieber pur.
Warum krieschow schon gewonnen hat – und trotzdem noch eine rechnung offen ist
Der Klub hat seinen großen Traum längst verwirklicht. Durch den Aufstieg des FCE schlüpft Krieschow automatisch in die erste Hauptrunde des DFB-Pokals. „Das ist der Lohn für Jahre, in denen hier jeder Hand anlegt“, sagt Oliver Born, Fanbeauftragter und Mann fürs Grobe. Am 6. Juni lädt der Verein zur Auslosungsparty: 100 Liter Freibier, Grillwagen, alle dabei. Traditionsteam mit großer Fanbase? Gerne. „Nur Bayern muss es nicht unbedingt sein“, grinst Born.
Doch bevor geschwenkt wird, will Krieschow endlich den Pokal stemmen. Die Vorzeichen? Zweimal Final-Niederlage in den letzten fünf Jahren: 2022 gegen Cottbus, 2025 gegen Stahnsdorf. „Dritter Anlauf, diesmal klappt’s“, sagt Andy Hebler. Der Kapitän und Rekordtorschütze traf in 27 Ligaspielen 16 Mal – und kennt den Gegner. Vor zehn Jahren lief er selbst fünfmal für Energie in der 3. Liga auf. „Jetzt wollen wir den Großen ärgern und das Ding endlich gewinnen.“

Robert kochs pokal-mission: liga verspielt, pokal versaut – oder doch nicht?
Der Trainer ist seit Juli 2024 an Bord. Die Oberliga-Saison lief mies: Platz acht, 22 Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Stahnsdorf. „Wir haben schnell den Fokus auf den Pokal gelegt“, gibt Koch offen zu. Seine Marschroute: Kompakt stehen, Cottbus den Ballbesitz gönnen, aus dem Umschaltmoment schlagen. „Wir haben nichts zu verlieren – und das macht gefährlich.“
Energie wiederum will nach dem Aufstieg die nächste Schale. „Respekt vor Krieschow, aber wir sind haushoher Favorit“, sagt Cottbus-Coach Claus-Dieter Wollitz. Seine Elf gewann die letzten acht Pflichtspiele, die Offensive schoss 23 Tore. Doch Pokal ist Pokal. Und 13 Kilometer sind 13 Kilometer.
Am Ende zählt nur, wer den Pokal hebt. Für Krieschow winkt neben dem DFB-Pokal-Ticket auch die Süßwaren, die der Landespokal mit sich bringt: Prämie, Ehrenrunde, ewige Nennung in den Geschichtsbüchern. „Wenn wir gewinnen, leer ich mit dem ganzen Dorf die 100 Liter“, schwört Born. Die sind schon mal kaltgestellt. Jetzt muss nur noch der Favorit leer ausgehen.
