Krieg überschattet die wm: iran, messi und yamal im kriegsschatten

Der Krieg hat den Fußball eingeholt. Die US-amerikanischen und israelischen Luftangriffe auf den Iran haben nicht nur geopolitische Schockwellen ausgelöst, sondern treffen nun auch die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 mit voller Wucht. Was vor wenigen Wochen noch undenkbar schien, ist heute bittere Realität: Das größte Sportereignis der Welt steht unter Kriegszeichen.

Eine wm im schatten von bomben und staatstrauer

Der Iran hat nach dem Tod von Ali Chamenei eine 40-tägige Staatstrauer ausgerufen. Kein Fußball, kein Ligabetrieb, keine Testspiele. Die geplanten Partien gegen Nigeria und Costa Rica sind gestrichen. Und das ist erst der Anfang der Probleme, die auf die FIFA zukommen.

Denn die eigentliche Frage ist eine andere: Wird der Iran überhaupt bei der WM in Mexiko, Kanada und den USA antreten? Mehdi Taj, Präsident des iranischen Fußballverbands, hat einen Boykott bereits öffentlich ins Spiel gebracht. Gleichzeitig kursieren hinter den Kulissen Berichte, wonach ein Ausschluss des Iran durch die FIFA aktiv diskutiert wird. Der FIFA-Generalsekretär Mattias Grafström betonte zuletzt, Priorität sei ein sicherer Ablauf mit allen teilnehmenden Nationen. Schöne Worte. Aber die Realität spricht eine andere Sprache.

Das szenario, das niemand aussprechen will

Das szenario, das niemand aussprechen will

Wenn der Iran tatsächlich teilnimmt, könnte es in der K.o.-Runde zu einem direkten Aufeinandertreffen mit den USA kommen. Konkret: Werden beide Mannschaften jeweils Gruppenzweite, treffen sie im Sechzehntelfinale aufeinander. Ein Spiel zwischen zwei Ländern, die sich gerade im Krieg befinden. Auf amerikanischem Boden. Unter den Augen der Welt.

Die FIFA-Bürokratie kann das kleinreden, so viel sie will. Das wäre kein Fußballspiel mehr. Das wäre ein politischer Sprengstoff mit Anstoßzeit.

Finalissima abgesagt, messi gegen yamal in der schwebe

Finalissima abgesagt, messi gegen yamal in der schwebe

Der Krieg hat längst weitere Kreise gezogen. Katar, wo der Iran US-Stützpunkte angegriffen hat, ist ebenfalls betroffen. Der katarische Fußballverband hat alle Spiele bis auf Weiteres abgesagt. Das trifft auch die Finalissima, die am 27. März in Doha stattfinden sollte. Das Duell zwischen Argentinien mit Lionel Messi und Spanien mit Lamine Yamal hängt damit in der Luft. Wann und wo dieses Spiel stattfindet, weiß derzeit niemand.

Wer erinnert sich noch an die Debatten über Katar 2022? Damals empörten sich alle über Menschenrechte und Klimaanlagen in Wüstenstadien. Was wir heute erleben, übertrifft das um ein Vielfaches. Und Gianni Infantino, der FIFA-Präsident, der Donald Trump noch vor wenigen Wochen einen Friedenspreis überreicht hatte, steht nun vor den Trümmern seiner eigenen Inszenierung.

Wer rückt nach, wenn der iran ausfällt?

Wer rückt nach, wenn der iran ausfällt?

Sollte der Iran nicht teilnehmen, könnte eine andere asiatische Nation nachrücken. Der Irak spielt noch in den interkontinentalen Play-offs und könnte sich regulär qualifizieren. Scheidet der Irak aus, kämen die Vereinigten Arabischen Emirate ins Gespräch, die bereits gegen den Irak verloren hatten. Nur: Auch diese Länder stecken mitten in einem Konflikt, der ihre Region in Flammen hält.

Der Fußball wollte immer über allem stehen. Neutral, verbindend, unpolitisch. Diese Illusion ist spätestens jetzt zerbrochen. Die WM 2026 beginnt nicht im Juni. Sie begann bereits in dem Moment, als die ersten Bomben auf Teheran fielen.