Krieg im nahen osten wirbelt formel-1-kalender durcheinander: bahrain und saudi-arabien fallen aus

Die Formel 1 zieht die Notbremse. Nach wochenlangen Krisensitzungen und Lageanalysen hat die FIA am späten Samstagabend die Streichung der beiden Rennen in Bahrain (12. April) und Saudi-Arabien (19. April) verkündet. Auslöser ist der eskalierende Iran-Krieg, dessen Auswirkungen sich nun auch auf den Motorsport-Kalender 2026 niederschlagen.

Fünf wochen pause nach suzuka – miami rettet den frühjahrs-flugplan

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Der ursprünglich auf 24 Läufe ausgelegte WM-Zirkus schrumpft vorläufig auf 22. Für die Teams bedeutet das nach dem Japan-GP am 29. März eine beispiellose Pause bis zum 3. Mai, wenn Miami das Licht wieder auf Grün schaltet. Die Logistik-Abteilungen der Ställe arbeiten bereits mit Hochdruck an alternativen Test- und Marketing-Terminen, um die Leerlaufzeit zu nutzen.

Die Entscheidung fiel, so heißt es in der Mitteilung, „nach intensiver Risikoanalyse und in enger Abstimmung mit lokalen Sicherheitsbehörden“. Die FIA schließt nicht aus, dass weitere Events im Regionalkalender folgen – ein Domino-Effekt, der auch die MotoGP-Stationen in Katar und die AFC-Champions-League-Partien ins Visier nimmt.

Die Streichung trifft besonders Mercedes und Aston Martin hart: Beide Teams hatten in Sakhir neue Aero-Pakete für das zweite Saisonviertel eingeplant. „Wir müssen nun Teile umschichten und Windkanal-Slots neu priorisieren“, sagt ein Ingenieur aus Brackley, der namentlich nicht genannt werden will.

Die TV-Rechtehalter reagieren mit einem 48-Stunden-Sonderprogramm: klassische Bahrain-Rennen der vergangenen zehn Jahre werden auf Sky F1 und DAZN wiederholt, dazu exklusive Interviews mit Lewis Hamilton und Charles Leclerc zur geopolitischen Verantwortung des Sports.

Ein Trost für die Fans: Die 2026er-Saison bleibt trotzdem die längste der Geschichte. Mit 22 Rennen steht sie immer noch einen GP über dem bisherigen Rekord von 2023. Und Miami verspricht mit dem neuen Beach-Layout und einer zweiten DRS-Zone entlang der Harding Avenue ein Feuerwerk, das die außerplanmäßige Zwangspause schnell vergessen lässt.

Die Formel 1 hat Krisen überlebt – Öl embargo 1973, Finanzkollaps 2008, Pandemie 2020. Der nächste Countdown läuft bereits: 45 Tage bis Florida, dann will die Königsklasse beweisen, dass selbst Krieg sie nur für einen Moment stoppen kann.