Krieg im nahen osten stoppt formel 1: bahrain und saudi-arabien abgesagt
Die Formel 1 bekommt Kriegsschlagseite. Die Grand-Prix-Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien fallen ersatzlos aus, weil iranische Raketen auf die Gastgeber regnen. Für die Teams und die Organisatoren sind das mehr als 100 Millionen Euro, die in Rauch aufsteigen.
Die Entscheidung steht offiziell noch aus, doch hinter den Kulissen ist sie längst gefallen. Wie mehrere Quellen übereinstimmend berichten, wird die FIA am Wochenende die Streichung der Rennen am 12. April in Sachir und eine Woche später in Dschidda verkünden. Grund ist der eskalierende Konflikt zwischen dem Iran und den Golfstaaten, der den Luftraum über Bahrain zur No-fly-Zone macht.
Logistik versagt, sicherheit vor performance
Die Konsequenzen sind hart: Zwischen dem Grand Prix von Japan am 29. März und dem Rennen in Miami am 3. Mai bleibt die Königsklasse vier Wochen lang auf dem Trockenen. Keine Ersatztermine, keine Show-Einlagen, nur ein riesiges Loch im Kalender. Für Mercedes, Red Bull & Co. heißt es umlenken – Container, die bereits Richtung Persischen Golf unterwegs waren, müssen jetzt nach Florida umdisponiert werden.
Die Finanzlücke ist gigantisch. Bahrain und Saudi-Arabien zählen zu den Premium-Kunden der Formel 1, sie zahlen laut Branchenkreisen je über 50 Millionen Dollar Startgebühr. Weg. Ebenso die TV-Gelder, Hospitality-Umsätze und Sponsoring-Boni. Liberty Media muss nun mit 22 statt 24 Rennen auskommen – ein Verlust, der sich auch in den Quartalszahlen bemerkbar machen wird.

Motogp, fußball und e-sports folgen
Die Formel 1 ist nur die Speerspitze. Auch der MotoGP von Katar Anfang April steht auf der Kippe, das AFC-Champions-League-Finale Ende April in Dschidda ist fraglich. Saudi-Arabien hat sich zum Mekka des Großevents erklärt – der E-Sports World Cup im Sommer, der Tyson-Fury-Kampf im Oktober, Milliardeninvestitionen für Imagepflege. Jetzt droht dem Sportwashing-Superlativ der Faden zu reißen.
Die Teams reagieren mit betontem Professionalismus. „Sicherheit geht vor“, sagt ein Mercedes-Sprecher. „Wir werden die Werkse in Brackley und Brixworth nutzen, um Upgrades für Miami zu entwickeln.“ Doch hinter verschlossenen Türen ist die Stimmung aufgeheizt. Ein Top-Manager: „Wir verkaufen ein globales Spektakel, aber wir fliehen vor Raketen. Das ist keine Show, das ist Realität.“
Die nächsten Wochen werden zeigen, ob die Formel 1 ihre ursprüngliche Heimat Europa wieder stärker ins Visier nimmt. Hockenheim und Imola lauern. Die Kriegsfolgen könnten die Sportwelt durcheinanderwirbeln – und die Königsklasse zu einer neuen geopolitischen Schachfigur machen. 100 Millionen Euro leichter, aber mit eingebüßter Unverwundbarkeit, geht die Saison weiter. Ohne Bahrain, ohne Saudi-Arabien, mit einem Bein im Krisengebiet und dem anderen auf der Flucht.
