Krieg im mittleren osten treibt autopreise nach oben: 1.450 euro teurer pro wagen
Die Karosserie ist noch nicht kalt, die Rechnung schon heiß: Seit der Krieg im Mittleren Osten am 28. Februar 2026 die Öl- und Gaspreise nach oben schleudert, zieht er nun auch das Aluminium auf Rekordhöhe. Ergebnis: Jedes neue Auto kostet bis zu 1.450 Euro mehr – und das ist nur die erste Stufe.

Thailändische frachter im fadenkreuz: hormus-passage wird zur bremse
Am 11. Mai jagte ein Angriff auf eine thailändische Fracht im Hormus eine Ladung von 900 000 Tonnen Aluminium in die Höhe. Die Quote explodierte auf 3.500 Dollar je Tonne. Davon betroffen: Jeder dritte Karosseriebauteil, jeder Kotflügel, jede Motorhaube. Denn 15 % eines Autos besteht aus Aluminium, bei E-Autos sind es bis zu 25 %, rechnet Davide Galli, Präsident des italienischen Karosserieverbands Federcarrozzieri, vor.
Die Folgekette ist brutaler als jede Kurve auf dem Nürburgring. Teureres Aluminium bedeutet teurere Karosserien. Teureres Benzin bedeutet teurere Lacke und Lösemittel. Und weil der Tanker-Verkehr durch die Straße von Hormus bröckelt, kommen die Rohstoffe auch noch später. Produktionsstopp statt Just-in-time.
Die Automobilbranche steht vor einem Doppelpack: steigende Kosten und verzögerte Lieferketten. Ein Anstieg der Produktionskosten um nur 5 % – laut Federcarrozzieri bei anhaltendem Konflikt wahrscheinlich – würde den Listenpreis eines Mittelklassewagens um 1.450 Euro nach oben schrauben. Und das ist nur die Schadensmeldung für Neuwagen.
Gebrauchtwagen- und Werkstattkunden spüren den zweiten Treffer. Ersatzteile werden knapper, Preise für Türbleche, Stoßfänger und Zierleisten klettern. Wer nach dem Unfall auf Ersatz wartet, darf sich auf Wochen verzögerte Reparaturen einstellen. Die Lager leeren sich, die Werkstätten stopfen die Lücken mit Stundenlohn.
Die Rechnung zahlt am Ende der Fahrer. Die Rechnung, die nicht auf der Windschutzscheibe klebt, sondern direkt auf dem Konto. Bis das Mittelmeer wieder ruhig und die Tonnage preiswert durch die Hormus gleitet, bleibt nur eins: Festhalten, nicht nur am Lenkrad.
