Krefeld trennt sich von draisaitl – aufstiegstrainer geht

Peter Draisaitl packt seine Sachen. Nach drei Jahren verlässt der 60-Jährige die Krefeld Pinguins – kurz vor dem möglichen Wiederaufstieg in die DEL. Der Tabellenführer der 2. Bundesliga trennt sich mit sofortiger Wirkung vom Sportchef, der das Team zum Meisterschaftsfavoriten formte.

Der abschied kommt überraschend

Am Donnerstagmorgen flatterte die Pressemitteilung ins Haus. „Umstrukturierung der Verantwortlichkeiten im sportlichen Bereich“ lautet der offizielle Grund. Dahinter verbirgt sich ein Machtpoker, der schon seit Wochen schwelt. Draisaitl selbst wollte sich nicht äußern. Er schweigt, wie schon 1992 nach dem verschossenen Penalty gegen Kanada. Damals blieb der Puck auf der Linie liegen – diesmal ist es seine Karriere in Krefeld, die stehenbleibt.

Peer Schopp, Hauptgesellschafter und Geschäftsführer, dankt in höflichen Floskeln: „Peter spielte eine wichtige Rolle für die durchweg positive Entwicklung.“ Doch hinter den Kulissen war der Druck gewachsen. Die Playoffs stehen vor der Tür, die Erwartungen sind riesig. Ein Aufstieg wäre die Krönung der Arbeit Draisaitls. Nun soll ein anderer sie einkassieren.

Sohn leon feiert sein olympia-debüt, vater peter verabschiedet sich

Sohn leon feiert sein olympia-debüt, vater peter verabschiedet sich

Die Ironie ist kaum zu übersehen. Während Sohn Leon in Mailan mit Team Deutschland sein Olympia-Debüt gibt, wird der Vater in Krefeld abgesägt. Peter Draisaitl, 165-mal Nationalspieler, 1995 Meister mit den Kölner Haien, war 2022 als Retter nach dem DEL-Absturz geholt worden. Erst als Trainer, dann als Sportlicher Leiter. Seine Handschrift ist überall erkennbar: junge Wilden gemischt mit erfahrenen Strippenziehern, ein Kollektiv, das mit 89 Punkten die Liga dominiert.

Die Fans reagieren verunsichert. In Foren wird spekuliert, ob die Trennung den Playoff-Lauf gefährden könnte. Die Spieler schweigen, doch in der Kabine herrscht Bewegung. Kapitän Maximilian Eisenhut muss nun die Truppe zusammenhalten – ohne den Mann, der sie zusammenschweißte.

Krefeld wankt vor dem aufstiegs-endspiel

Krefeld wankt vor dem aufstiegs-endspiel

Die Hauptrunde endet dieses Wochenende. Krefeld führt mit neun Punkten Vorsprung. Die Playoffs beginnen, der Gegner wartet. Doch statt Geschlossenheit herrscht ein Machtvakuum. Wer übernimmt Draisaitls Posten? Keine Antwort. Wer verantwortet die Transferpolitik? Stille. Die Pinguins stehen vor dem größten Spiel ihrer jüngeren Geschichte – und müssen ohne ihren Architekten antreten.

Peter Draisaitl wird gehen. Ob mit oder ohne Aufstieg, bleibt offen. Seine Mission war klar: Krefeld zurück in die erste Liga. Die Chancen stehen gut. Doch der Preis ist sein Abschied. Der Puck liegt wieder auf der Linie. Diesmal nicht im Olympia-Viertelfinale, sondern in der Messestadt am Niederrhein. Und wieder wird er nicht über die Kante rollen.