Krefeld schlägt landshut 4:1 – der pinguine playoff-start nach zehn tagen spielpause

Kein Match seit zehn Tagen, dafür am Mittwoch direkt Playoff-Feuer: Die Krefeld Pinguine haben die Zwangspause nicht als Ausrede gelten lassen und dem EV Landshut eine 4:1-Klatsche verpasst. Die Serie beginnt mit einem Schlag – und Thomas Popiesch atmet erst einmal durch.

Die angst vor dem rost

Der Coach hatte gewarnt: „Nach so einer Lücke bist du einfach nicht im Rhythmus.“ Der Deutschland-Cup brachte der DEL2 Zuschauer, den Clubs aber zwölf Tage ohne Pflichtspiel. Trainingssimulationen? Fehlanzeige. Keine Scheibe ersetzt den Wettkampfmodus. Doch genau diese Unsicherheit schlug nicht durch. Stattdakt präsentierte sich der hauptrundenbeste Kader als taktische Präzisionsmaschine.

Die Zahlen sprechen laut: 114 Punkte, 39 Siege, beste Offensive, dichteste Defensive. Das KEV-Kollektiv um Topscorer Max Newton und Verteidiger des Jahres Davis Vandane ließ Landshut in Spiel eins nur 19 Schüsse aufs Tor zu, unterband mit engem Forechecking jede Transition. Nach dem 0:1-Anschlusstreffer der Gäste antworteten die Pinguine mit vier unbeantworteten Treffern – ein Statement.

Landshuts warnsignal aus den pre-playoffs

Landshuts warnsignal aus den pre-playoffs

Der EVL war kein willkommenes Los. Uwe Krupps Truppe schwächelte zwar kurz vor Ende der Hauptrunde, schaltete in den Pre-Playoffs aber die DEG mit 4:1 und 7:3 aus. Die Tordifferenz +7 zeigt: Die Bayern haben die Tiefschläge verdaut. Für Krefeld heißt das: keine Euphorie-Trägheit erlaubt. Die Bilanz der Saison lautet 2:2 – ausgeglichen wie selten.

Peer Schopp, Geschäftsführer des KEV, formuliert die Marschrichtung neu: „Hauptrunde war Etappe eins. Jetzt wollen wir ins Finale und den Titel.“ Der Umbruch nach dem verpassten Aufstieg 2024/25 war radikal, die Früchte reifen sichtbar. Tiefer Kader, spielerische Automatismen, ein Coach, der sein System durchsetzte – das alles könnte über die Serie gegen Landshut hinaus entscheidend sein.

Popiesch bleibt trotz des Auftaktsieges realistisch: „Die Serie wird eng.“ Bei Best-of-Seven kann ein Match nicht planen, aber Krefeld hat zweierlei auf seiner Seite: Frische Beine nach der Pause und die Erfahrung, wie man Spiele kontrolliert. Die Pinguine sind nicht nur heiß – sie sind erholt. Und das ist in einem Viertelfinale, das zur Belastungsprobe wird, ein Trumpf, den sich der Hauptrundenmeister redlich verdient hat.