Krebs rückt an giannikis’ seite: fcs verpflichtet ex-profi als co-trainer

Der 1. FC Saarbrücken schläft nicht. Drei Tage nach dem ersten Heimsieg seit Wochen sorgt der Drittligist am Donnerstag für den nächsten Paukenschlag: Gaëtan Krebs rückt sofort als zweiter Mann an die Seitenlinie. Der Franzose, zuletzt ohne Job, kennt die Region, kennt die Liga – und vor allem kennt er die Kabine von innen.

Von der bundesliga in die provinz: krebs’ langer weg zurück

20 Einsätze für Hannover 96, 139 in Liga zwei für den Karlsruher SC – das war einst der tägliche Beweisstoff für Scout-Listen. Doch statt im TV-Studio zu verglimmen, schlug Krebs 2017 den Weg nach Elversberg ein, damals noch Regionalliga. 49 Spiele, unzählige Duelle gegen den FCS, und jetzt das: der Wechsel zum Rivalen. „Er bringt moderne Trainingsphilosophie mit“, schwärmt VorstandMarkus Thiele. Code für: Die Mannschaft soll endlich wieder laufen, stolpern, aber vorwärts.

Für Cheftrainer Argirios Giannikis ist Krebs keine Notlösung, sondern ein Kompakt-Upgrade. Seit der Trennung von Rüdiger Ziehl und Co-Trainer Fabian Gerber tobt im Ludwigspark ein Sturm der Veränderung. Die erste Maßnahme: ein Sieg gegen Wehen Wiesbaden. Die zweite: Krebs. Die dritte steht schon fest – Sonntag in Duisburg, Tabellendritter, Glutofen Grafenberg.

Ein punkt reicht nicht mehr – saarbrücken muss jetzt zulegen

Ein punkt reicht nicht mehr – saarbrücken muss jetzt zulegen

Die Statistik nagt. Drei Trainerwechsel in einer Saison sind selbst für die Dritte Liga ein Alarmindex. Doch statt zu jammern, reagiert der Club mit Tempo. Krebs soll Impulse setzen, „klare Ansprache“ liefern – also genau das, was zuletzt fehlte, als die Mannschaft gegen Unterhaching oder Verl den Faden verlor. Die Lizenzunterlagen für Liga zwei und drei liegen längst beim DFB, die Kasse ist zwar angezählt, aber nicht leer. Jetzt zählt nur noch das Feld.

40 Jahre alt, 208 Zweitliga-Spiele, null Coerfahrung auf Profi-Niveau – diese Zahlen begleiten Krebs wie ein Schatten. Doch der FCS handelt nicht aus Panik, sondern aus Pragmatismus. In der engsten Liga der Welt, in der zwei Siege den Abstiegsplatz in die Aufstiegsreifen verwandeln, ist Vertrauen ein lauterer Faktor als das Papier.

Am Sonntag wird sich zeigen, ob die Chemie zwischen dem Griechen Giannikis und dem Franzosen Krebs funkt. 13.497 Zuschauer werden in Duisburg erwarten, die MSV-Fans wittern die nächste Großchance. Für Saarbrücken geht es um mehr als drei Punkte – es geht um die Bestätigung, dass der mutige Schnappsbeschluss richtig war. Keine Rettungsanker mehr, nur noch Vollgas. Die Uhr tickt, die Kurve atmet – und Krebs hat 90 Minuten, um sich von der Spielerlegende zum Trainer-Phänomen zu wandeln.