Kramer kritisiert amazon prime: „wo darf man keine sneaker anziehen?“

Christoph Kramer, frisch vom WM-Titel 2014 und nun als Experte für Amazon Prime im Einsatz, hat eine deutliche Ansage gemacht: Der Dresscode des Streaming-Dienstes ist schlichtweg überholt. Der ehemalige Bundesliga-Profi lässt wenig Zweifel daran, dass er sich in den Vorgaben des Senders schlichtweg nicht wiederfindet.

Ein sneaker-dilemma und englische vorgaben

„Bei Prime muss man schon so ein bisschen gucken. Die verbieten schon viel“, klagt Kramer im Podcast Copa TS. Sein Anliegen? Die restriktiven Regeln bezüglich der Schuhwahl. „Man darf zum Beispiel keine Sneaker anziehen, wo man sich denkt: Hä? Wo darf man keine Sneaker anziehen?“ Er wirft dem Sender vor, sich von englischen Vorgaben leiten zu lassen, während die italienischen Kollegen offenbar deutlich mehr Freiheit genießen. Der Kontrast ist frappierend: „Die Italiener bei Prime dürfen alles anziehen.“

Am Dienstagabend steht für Kramer ein hochspannendes Champions-League-Spiel an: Real Madrid gegen den FC Bayern. Zusammen mit Mats Hummels, Josephine Henning und Moderator Jonas Friedrich wird er seine Expertise für Amazon Prime bereitstellen. Doch ob er sich für dieses Spitzenspiel in Frack und Zylinder kleiden wird? Eher nicht. „Die wollen, dass man so auf schick macht, aber ich kann nicht so richtig schick und schick sieht bei mir auch irgendwie sch*e aus.“

„Wir sind in 2026“ – ein appell an die moderne

„Wir sind in 2026“ – ein appell an die moderne

Kramer spricht offen über seine Frustration: „Wir Deutschen haben uns das alles aufschwatzen lassen und müssen uns jetzt von den Engländern vorschreiben lassen, was wir zu tragen haben. Wir sind in 2026. Wo darf man keine Sneaker tragen? Sneaker sind doch auch voll schick, das macht gar keinen Sinn.“ Er stellt fest, dass er zwar grundsätzlich mit seinem Kleiderschrank zufrieden ist, sich aber die Möglichkeiten durch die starren Vorgaben nehmen lassen. „Ich frage mich, von wem dieser Dresscode kommt, weil der ist sowas von überholt.“

Die Diskrepanz zwischen den nationalen Dresscodes innerhalb des gleichen Unternehmens wirft ein ungewöhnliches Licht auf die Entscheidungsfindung bei Amazon Prime. Während die italienischen Experten ihre Individualität ausleben können, müssen sich ihre deutschen Kollegen an veralteten Konventionen orientieren. Ein Zeichen dafür, dass selbst im digitalen Zeitalter noch Raum für Anpassungsbedarf und eine modernere Herangehensweise an Mitarbeiterrichtlinien besteht.

Die Frage bleibt: Wird Amazon Prime auf Kramers Kritik reagieren und den Dresscode überdenken? Die Fans und insbesondere Kramer selbst dürften gespannt sein. Denn eines ist klar: Fußball sollte Spaß machen – und das gilt auch für das, was man dabei trägt. Die Antwort auf diese Frage wird zeigen, ob der Streaming-Dienst wirklich mit der Zeit geht.