Kostyuk kämpft mit tränen: raketenangriff kurz vor french open-match

Paris bebte, aber Marta Kostyuk spielte. Nur 100 Meter von dem Einschlag einer Rakete entfernt, das ihr Elternhaus bedrohte, stand die ukrainische Tennisspielerin auf dem Centre Court der French Open und feierte einen klaren Sieg gegen Oksana Selekhmeteva. Ein Sieg, der von tiefer Betroffenheit und einem unbeirrbaren Willen geprägt war.

Ein morgen des schocks, ein sieg der stärke

Der Sieg gegen Selekhmeteva, der Kostyuk 6:2, 6:3 gehörte, war mehr als nur ein Erfolg im Tennis. Er war ein Statement. Ein Statement der Widerstandsfähigkeit angesichts unvorstellbarer Umstände. Kostyuk brach nach dem Match in Tränen aus, als sie von dem Angriff erzählte, der ihr Leben und das ihrer Familie nur wenige Stunden zuvor erschüttert hatte. „Ich wusste nicht, wie ich spielen sollte“, gestand sie sichtlich bewegt. „Ich habe viel geweint heute früh. Alle meine Gedanken und mein ganzes Herz gehören den Menschen in der Ukraine.“

Die Bilder, die Kostyuk auf ihrem Handy präsentierte – ein zerstörtes Gebäude, nur 100 Meter von ihrem Elternhaus entfernt – waren erschütternd. „Um 8 Uhr morgens habe ich das bekommen. Mir war schlichtweg übel bei dem Gedanken: Wäre es nur 100 Meter näher gewesen, hätte ich jetzt wahrscheinlich weder eine Mutter noch eine Schwester mehr“, sagte sie mit zitternder Stimme. Zum Glück waren ihre Mutter, ihre Schwester und die Schwester ihrer Großmutter im Haus und unverletzt.

Die Entscheidung, nach dem Match keinen Handschlag mit Selekhmeteva zu wagen, ist ein Zeichen der Solidarität mit der Ukraine und ein klarer Protest gegen die Neutralitätspolitik, die russischen und belarussischen Spielern erlaubt wird, an internationalen Turnieren teilzunehmen, ohne den Krieg gegen die Ukraine zu verurteilen. Es ist eine stille, aber kraftvolle Botschaft, die Kostyuk mit ihrer Tat sendet.

Die Zuschauer im Court Philippe-Chatrier zeigten ihre Unterstützung für Kostyuk mit minutenlangem Applaus, als sie ihre Geschichte erzählte. Ein Applaus, der mehr war als nur Anerkennung für ihren sportlichen Erfolg – er war ein Zeichen des Mitgefühls und der Solidarität mit einem Land im Krieg.

Kostyuk hat bewiesen, dass selbst inmitten des Chaos und der Zerstörung der menschliche Geist ungebrochen sein kann. Ihre Leistung ist ein Leuchtfeuer der Hoffnung für die Ukraine und eine Mahnung daran, dass der Sport auch in den dunkelsten Zeiten eine wichtige Rolle spielen kann – als Plattform für Solidarität und als Ausdruck des unbezwingbaren Willens zum Leben.

Ein sieg mit einem hohen preis

Ein sieg mit einem hohen preis

Die Frage, wie lange Kostyuk diese emotionale Belastung aushalten kann, bleibt offen. Doch eines ist klar: Sie hat nicht nur ein Tennismatch gewonnen, sondern auch einen Kampf gegen die Angst und die Verzweiflung. Und das macht ihren Sieg zu etwas ganz Besonderem.