Kompass-modell: regionalligen öffnen sich für reform!

Ein überraschender Umschwung in der Debatte um die Regionalliga-Reform: Nach langem Zögern scheinen sich die Regionalverbände Nord, West und Ost nun dem Kompass-Modell zuzuwenden. Die Zeichen stehen gut für eine bundesweite Abstimmung am Ende des Monats – ein entscheidender Schritt für die Zukunft des deutschen Amateurfußballs.

Verbandspräsidenten weichen von ihrer linie ab

Lange galten Präsidenten wie Ralph-Uwe Schaffert (NFV) und Peter Frymuth (WDFV) als entschiedene Gegner einer Reform, insbesondere des Kompass-Modells. Doch nun scheinen sich die Dämme zu brechen. Die klare Linie der DFL und insbesondere die Äußerungen von Hans-Joachim Watzke, der Meisteraufstieg als Grundvoraussetzung betonte, dürften hierbei eine entscheidende Rolle gespielt haben. Florian Egbers vom SV Meppen betonte: “Grundsätzlich haben im Norden alle Landes- und Regionalverbände Bereitschaft gezeigt, eine Reform und auch speziell das Kompass-Modell anzustreben.”

Auch widerstände schwinden

Auch widerstände schwinden

Besonders erfreulich für die Aufstiegsinitiative ist, dass auch die Vereine zunehmend hinter dem Kompass-Modell stehen. Marcus Uhlig vom Rot-Weiß Oberhausen erklärte, dass der WDFV sich nach dem Votum seiner Klubs richten werde. “Es wird dort nicht zu einer Hinterzimmer-Entscheidung kommen”, so Uhlig. Die klare Botschaft der DFL hat offenbar auch bei den skeptischen Regionalverbänden Wirkung gezeigt. Die Diskussionen werden nun deutlich ruhiger geführt, und viele Verbände signalisieren, dass sie bereit sind, Kompromisse einzugehen.

Die nächste hürde: zulassungsvoraussetzungen

Die nächste hürde: zulassungsvoraussetzungen

Obwohl die grundsätzliche Zustimmung zum Kompass-Modell wächst, müssen noch einige Hürden überwunden werden. Insbesondere die Frage der Zulassungsvoraussetzungen für die Regionalligen sorgt weiterhin für Diskussionen. Die Aufstiegsinitiative betont, dass die Kriterien relativ schlank gehalten werden sollten, um kleineren Vereinen die Teilnahme zu ermöglichen. Tommy Haeder vom NOFV betonte, dass es keine Absichten gebe, die Zulassungskriterien zu Lasten kleinerer Vereine anzupassen. Vielmehr solle sukzessive in die Infrastruktur investiert werden, um den Abstand zur 3. Liga langfristig zu verkleinern.

Die Entscheidung am 18. oder 19. Mai wird entscheidend sein. Sollte das Kompass-Modell das Votum der Vereine erhalten, steht einem neuen, gerechteren Ligenmodell nichts mehr im Wege. Es bleibt abzuwarten, ob die Verantwortlichen den Mut aufbringen, diesen entscheidenden Schritt zu gehen. Die Fans jedenfalls drängen auf eine Veränderung – und die Zeit läuft davon.